Nachhaltige Smart City-Projekte

Was sind nachhaltige Smart City-Projekte? Betrachten wir zunächst die Arbeitsdefinition, dass es sich bei Smart City-Projekten um stadtentwicklungsrelevante Vorhaben handelt, die den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien vorsehen.

Nachhaltig werden IKT-gestützte Vorhaben in der Stadtentwicklung erst dann, wenn sie im Einklang mit den Leitlinien der integrierten und nachhaltigen Stadtentwicklung stehen. Weiterhin sollten ihre Umsetzbarkeit und ihr Fortbestand im Rahmen des politisch-administrativen Systems gegeben sein. Hierfür sind insbesondere folgende Punkte relevant:

Open Source Code

Der Einsatz offenen Codes sichert eine transparente Arbeitskultur und verringert Betreiberkosten. Er ist zudem die technische Voraussetzung für die einfachere Übertragbarkeit und Langfristigkeit von Projekten.

Mehrwert erkennbar

Ein deutlich ersichtlicher Mehrwert für die Stadtgesellschaft sorgt für positive mediale Präsenz und erhöht den Rückenwind der Kommunalpolitik und Bürger*innen.

Rechtlich erkundet

Wie steht es um datenschutz- und vergaberechtliche Abläufe, die für die Umsetzung der Projekte relevant sind? Wurde diesbezüglich Vorarbeit geleistet, auf die bei einer erneuten Umsetzung zurückgegriffen werden kann?

Integrierbar

Projekte fügen sich in das Orchester der ganzheitlichen Stadtentwicklung ein. Statt Einzelfalllösungen wie bspw. Smart Poles in einem Straßenzug, wird von Beginn an in ganzheitlichen städtischen sowie technischen Systemen gedacht.

Partizipativ

Projekte gewinnen durch die Beteiligung der Stadtgesellschaft Akzeptanz, lokales Expertenwissen und Erkenntnisse für das eigene Anforderungsmanagement.

Ökologisch

Projekte müssen eng mit den Leitlinien der ökologischen Nachhaltigkeit und klimagerechten Stadtentwicklung abgestimmt sein bzw. diese fördern.

Übertragbar

Nicht jedes Projekt passt zu jeder Stadt, denn dazu sind Städte viel zu individuell. Für eine umsetzungsorientierte Betrachtung sind dennoch jene Projekte spannend, die sich potenziell "in der Fläche" replizieren ließen.

Langfristig

Gesucht sind Projekte mit einem Nachnutzungsszenario für die Zeit nach der Fördermittelphase, das bedeutet mit einem tragfähigen Finanzierungskonzept.

Die folgende Übersicht stellt eine Sammlung an jenen Smart City-Projekten dar, die mindestens vier der acht vorgestellten Punkte erfüllen. Unterhalb findet sich die Möglichkeit, einen fachlichen Austausch mit den Projektverantwortlichen zu initiieren.

Projektübersicht

FotoProjekttitelBeschreibungHandlungsfeldUmgesetzt in
reallabor_klimastraße_koblenz

Reallabor Klimastraße Koblenz

Die Energieversorgung Mittelrhein (evm) und die Thüga AG erproben im gemeinsamen Reallabor innovative Smart-City Lösungen für Koblenz. Die „Klimastraße“ wird mehrere Anwendungen verbinden: Parkraumüberwachung, Ladeinfrastruktur und Luftqualität. Um die Informationen mit den Bürger*innen zu teilen, werden die generierten Daten neben einer Weboberfläche mithilfe einer digitalen Anzeige in Koblenz interaktiv erlebbar. Darüber hinaus stehen aktuell weitere Anwendungsfälle für den Ausbau der Klimastraße zur Diskussion. Weiterlesen...

Rechtlich erkundet, Partizipativ, Übertragbar, Mehrwert erkennbar, Integrierbar, Ökologisch, Langfristig,Umwelt / Klimawandel, Mobilität, LoRaWANGroßstadt
lorawan-stadt-dellbueck

Modellhaftes LoRaWAN-Funknetz der Stadt Delbrück

Die nordrhein-westfälischen Stadt Delbrück wird als Mitglied der Digitalen Modellregion Ostwestfalen-Lippe vom Land NRW beim Ausbau ihres LoRaWAN-Funknetzes unterstützt (Fördervolumen ca. 1 Mio Euro). Zweck des zweiteiligen Förderprojektes ist es, Erfahrungen mit dieser Technologie zu generieren, die ihren Einsatz in weiteren Kommunen in technischer, organisatorischer und rechtlicher Hinsicht, erleichtern sollen. Weiterlesen...Open Source, Rechtlich erkundet, Partizipativ, Übertragbar, Mehrwert erkennbar, Integrierbar, Ökologisch, Langfristig, LoRaWANMittelstadt
reallabor-südbaden

Reallabor Südbaden

Das Thüga-Kompetenzcenter Innovation und bnNETZE, Netztochter des regionalen Energieversorgers badenova, haben gemeinsam mit den fünf Kommunen Freiburg, Lahr, Breisach, Gundelfingen und Kirchzarten ein Smart-City-Reallabor gestartet. Die fünf Kommunen testen u. a. intelligente Smart-City-Anwendungen im Bereich Mobilität, Gebäude, Umweltschutz sowie technische Betriebe. Ziel des Projekts ist die stärkere digitale Verknüpfung der Smart City mit dem ländlichen Raum.

Rechtlich erkundet, Partizipativ, Übertragbar, Mehrwert erkennbar, Integrierbar, Ökologisch, Langfristig, Umwelt / Klimawandel, LoRaWAN, MobilitätGroßstadt, Mittelstadt, Kleinstadt, Ländlicher Raum
buergerwolke-soest

Erfassung von Umweltdaten mit der BürgerWolke in Soest

Ziel des Projektes ist es, die Folgen des Klimawandels im Soester Stadtgebiet (86 km²) genauer erfassen zu können und darauf aufbauend Maßnahmen für den Umgang mit dem Klimawandel, wie bspw. ein Warnsystem für Extremwetterlagen und für urbane Hitzeinseln, entwickeln zu können. Die insgesamt 100 Sensorboxen werden stadtweit bei Bürger*innen und öffentlichen Einrichtungen installiert und versenden per LoRaWAN-Netzwerk ihre Werte für die Temperatur,... Weiterlesen...Partizipativ, ÖkologischUmwelt / Klimawandel, Kommunales DatenmanagementMittelstadt
solingen-stadt-app

Solinger App für die Stadtgesellschaft

Die „Mensch, Solingen“-App ist wesentlicher Bestandteil der Solinger Digitalisierungsstrategie. Die App fungiert als mobiles Bürgerbüro, auf das die Bürger*innen im Alltag Zugriff haben - sei es zur Abwicklung von Verwaltungsdienstleistungen, als Mängelmelder oder zum Erhalt von aktuellen Informationen über das Stadtleben einschließlich lokaler Entwicklungschancen und Freizeitangebote. Weiterlesen...Integrierbar, Partizipativ, Langfristig, Mehrwert erkennbarUmgang mit COVID-19, Digitale ServicesGroßstadt
urban-data-cockpit-hamburg

Hamburg's Urban Data Platform Cockpit und Urban Data Hub

Das Urban Data Platform Cockpit ist eine automatisiert und visuell aufbereitete Übersicht, die Auskunft über die Nutzung veröffentlichter stadtbezogener Datensätze der Urban Data Platform der Stadt Hamburg, erteilt. Diese stadtbezogenen Datensätze speisen sich v.a. aus unterschiedlichen Fachbereichen der Hamburger Verwaltung und laufen im Hintergrund in einem zentralisierten urbanen Datenmanagement zusammen. Weiterlesen...Open Source, Integrierbar, Partizipativ, Mehrwert erkennbarDigitale Services, Kommunales DatenmanagementMetropole
lorawan-park-ulm

LoRaPark rundum den Ulmer Weinhof

Seit Sommer 2020 existiert in Ulm der LoRaPark - ein Schaugarten für den Einsatz von IoT-Anwendungen im Stadtraum. Als eine Art Lehrpfad im Freien veranschaulicht die interaktive Ausstellung mit mehr als einem Dutzend an Stationen, die Möglichkeiten der vernetzten Stadt. In Ulm beschäftigt sich ein engagiertes Netzwerk aus Stadtverwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft sowie Zivilgesellschaft bereits seit mehreren mit der Netzwerktechnologie LoRaWAN und betreibt ein stadtweites offenes LoRaWAN-Netzwerk. Weiterlesen...Integrierbar, Partizipativ, Übertragbar, Ökololisch, Mehrwert erkennbarUmwelt / Klimawandel, Kommunales Datenmanagement, LoRaWANGroßstadt
masterportal

Masterportal-Projekt ermöglicht offene Geodateninfrastruktur

Die Bedeutung einer strukturierten Organisation kommunaler Datenbestände ist für die kommunale Digitalisierung unumstritten und mündet früher oder später in die Frage, wie diese im Frontend nutzerfreundlich aufbereitet werden können. Das Masterportal ist eine Open-Source-Lösung, die es Kommunen und Landkreisen ermöglicht, eigene Schaufenster für ihre Geodaten niedrigschwellig und kostenfrei zu erstellen. Weiterlesen...

Open Source, Integrierbar, Partizipativ, Übertragbar, Langfristig, Mehrwert erkennbarKommunales DatenmanagementMetropole, Großstadt, Kleinstadt
smart-city-iot-sensorik-aasee-munester

IoT-Sensorik im Aasee der Stadt Münster

In Münster überwachen LoRaWAN-Sensoren die Wasserqualität im Aasee, um ein erneutes Fischsterben vorzubeugen. Das Smart City-Projekt ist die Umsetzung einer Bürgeridee. Im Hitzesommer des Jahres 2018 führten fehlende Niederschläge und konstant hohe Temperaturen zu einem Tiefpunkt des Sauerstoffgehaltes im Münsteraner Aasee und lösten letztlich ein Fischsterben aus. Weiterlesen...Integrierbar, Partizipativ, Langfristig, Ökologisch, Mehrwert erkennbarUmwelt / Klimawandel, LoRaWANGroßstadt
digitaler-zwilling-bremen

Digitaler Zwilling des Landes Bremen

Das Landesamt Geoinformation Bremen hat unter Anwendung der Softwaresysteme der virtualcity SYSTEMS GmbH einen digitalen Zwilling aufgebaut. Der digitale Zwilling dient einerseits zur Verbesserung verwaltungsinterner Arbeitsabläufe und andererseits als Informationsdienst für die gesamte Stadtgesellschaft sowie darüber hinaus. Um gegenwärtigen Herausforderungen des Hochwasser- und Umweltschutzes, der Mobilitätswende, Kampfmittelräumung, städtebaulichen Entwicklung u.v.m. begegnen zu können, sind Lösungsansätze der integrierten Stadtentwicklung unerlässlich. Weiterlesen...Integrierbar, Partizipativ, Übertragbar, Ökologisch, Mehrwert erkennbarKommunales DatenmanagementGroßstadt
detmold-consul

Bürgerbeteiligung mit CONSUL in Detmold

Als Vorreiter in Deutschland nutzt die Stadt Detmold die Bürgerbeteiligungs-Software CONSUL, eine Open Source-Software für Beteiligungsprozesse in der Stadtentwicklung. Ursprünglich für bürgernahe politische Willensbildungsprozesse wurde sie in Madrid entwickelt und wird seither von über 120 Organisationen und Städten, u.a. Buenos Aires, Paris, New York und Barcelona, genutzt. In Deutschland steht der Verein Mehr Demokratie e.V. Kommunen beim Einsatz von CONSUL beratend zur Seite. Weiterlesen... Open Source, Integrierbar, Partizipativ, Übertragbar, Langfristig, Mehrwert erkennbar, Rechtlich erkundetDigitale ServicesMittelstadt
covdi-corona-software

CovDi-Software erleichtert Management von COVID-19-Fällen

Das Bonner Gesundheitsamt nutzt seit Mai 2020 die Software-Eigenentwicklung "CovDi", um die Erhebung und Bearbeitung von COVID-19-Infektionen effizienter abzuwickeln. Die Software wird in Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung der Bonner Stadtverwaltung entwickelt und steht als Open Source-Lösung auf Github zum Download bereit. Weiterlesen...Open Source, Übertragbar, Langfristig, Mehrwert erkennbar, Rechtlich erkundetUmgang mit COVID-19, Digitale Services, Kommunales DatenmanagementGroßstadt

Projektveranwortliche

Wir können die projektbezogenen Ansprechpartner:innen nicht öffentlich teilen. Bei einer direkten Anfrage leiten wir diese gerne an die gewünschte Person weiter.

Danksagung

Diese Projektübersicht ist mit Hilfe des fachlichen Inputs und Feedbacks folgender Personen entstanden:

  • Andreas Blümner | Stadt Halle (Saale)
  • Andreas Helsper | Stadt Solingen
  • Dr. André Wolf, Stefanie Heeke, Thomas Terstiege, Henning Spenthoff | Stadt Münster
  • Arnd Zimmermann | Stadt Remscheid
  • David Adler | Bundesstadt Bonn
  • Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Jens-Peter Seick | Lemgo Digital
  • Markus Lewitzki | Stadt Krefeld
  • Martin Platzer, Florian Spieß, Kajetan Lis | Stadt Mönchengladbach
  • Mirijam Münch | Thüga AG
  • Peter Adelskamp | Stadt Essen
  • Ralf Sagroll | Stadt Frankfurt
  • Sabine Meigel | Stadt Ulm
  • Stephan Siegert | Stadt Soest