Ich habe mit Johannes Röder vom Konsortium-führenden Zentrum für Digitale Entwicklung gesprochen, um Details für unsere Community zu erfahren.
Worum geht es bei dem Innovationswettbewerb?
Ziel des Wettbewerbs ist es, Lösungen für konkrete Problemstellungen zu finden. Die Gewinner werden damit beauftragt, ihre Lösung über einen Zeitraum von sechs Monaten in Form eines Pilotprojekts zu testen.
Diese Methodik stammt aus Finnland und basiert auf dem Prinzip, mit vergleichsweise kleinen Budgets – zwischen 5.000 und 10.000 Euro – pragmatische und innovative Lösungen zu erproben. Ziel ist es, durch einen agilen Prozess schnell neue Erkenntnisse zu gewinnen und co-kreative Lerneffekte zu erzielen.
An wen richtet sich der Wettbewerb?
Teilnahmeberechtigt sind Startups und KMU, die innovative Lösungen für folgende reale Herausforderungen entwickeln und testen möchten.
Smarte Müllerfassung (Kirchenlamitz)
Um unnötige Fahrten zur Leerung von Mülleimern auf Wanderparkplätzen zu vermeiden, wird eine Sensorlösung gesucht, die den Füllstand erfasst und offen in bestehende Systeme integrierbar ist. Dabei sollen auch ergänzende Funktionen wie die Erkennung illegaler Müllablagerungen berücksichtigt werden.
Citizen Science zur Radverkehrserfassung (Kirchenlamitz)
Um die Radwege-Infrastruktur bedarfsgerecht auszubauen, sollen mithilfe von Citizen Science Methoden Daten über das Fahrradnutzungsverhalten gesammelt werden. Sensoren an Fahrrädern könnten von Bürgern genutzt werden, um diese Erhebung zu unterstützen.
Smartes Outdoorschach (Kirchenlamitz)
Das beliebte Outdoor-Schachspiel wird regelmäßig Opfer von Vandalismus und Diebstahl, weshalb eine technologische Schutzlösung erprobt werden soll. Diese sollte offen für verschiedene Schnittstellen sein und vandalismussichere Nutzung ermöglichen.
Intelligente Buchungserfassung (Marktleuthen)
Die Buchung von kommunalen Sporthallen wird aktuell manuell koordiniert, was zu Doppelbelegungen und Ineffizienzen führt. Ein digitales System soll Buchungen transparent machen, eine Sensorik-Integration ermöglichen und den Vertragsabschluss automatisieren.
Mixed Reality Wandernetz (Bad Alexandersbad)
Wanderwege werden derzeit durch statische Tafeln beschrieben, die weder flexibel noch vandalismussicher sind. Gesucht wird eine Augmented-Reality-Lösung mit physischer Signalgebung, die Routen individuell anpassbar macht, beispielsweise für barrierefreies Wandern.
Rufbus grenzenlos (Landkreisweit)
Der Rufbus „FichtelBaxi“ soll durch ein System ergänzt werden, das Echtzeit-Standorte der Fahrzeuge bereitstellt und diese Daten über Dashboards, Apps und weitere Plattformen nutzbar macht. Im Pilotprojekt werden erste Fahrzeuge mit entsprechenden Lösungen ausgestattet.
Wo werden die Projekte umgesetzt?
Für die erste Pilotphase wurde der Landkreis Wunsiedel als Partnerregion ausgewählt. Dort sollen in mehreren Kommunen sowie auf Kreisebene unterschiedliche Themenfelder bearbeitet werden.
Wie kann ich mich beteiligen?
Alle Details zu den einzelnen Herausforderungen, den Teilnahmebedingungen sowie die Bewerbungsunterlagen sind unter folgendem Link abrufbar: www.digitaleentwicklung.de/open-call.