Samstag, 20. August 2022

Einladung zum Kongress Digitale Städte – Digitale Regionen

Am 28. September lädt die Hessische Geschäftsstelle Smarte Region zu einem hybriden Kongress ein. Als Leitveranstaltung des Landes Hessen für die Digitalisierung in Kommunen findet dieses Jahr zum vierten Mal statt.

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Smart City Neuigkeiten – Juli 2022

1. Digitale Stadtverwaltung

  • Die Online-Ausweisfunktion ermöglicht durch den Ersatz der Unterschrift eine Digitalisierung von zahlreichen Verwaltungsservices. Die Bonner Verwaltung bietet als Vorreiter bereits 190 Dienstleistungen digital an.
  • In Kaufbeuren existieren bereits mehrere digitale Services für die Stadtgesellschaft, über deren Entwicklung fortan in einem zweijährlichen Sachstandsbericht informiert werden soll.
  • Der BGH hat in einem Grundsatzbeschluss den Spielraum für kommunale Informationsangebote groß gefasst. Das Dortmunder Verlagshaus Lensing Media hatte zuvor die Einhaltung vom „Gebot der Staatsferne der Presse“ beim Dortmunder kommunalen Informationsportal angezweifelt.

2. Governance und Organisatorisches

  • Um die Wirkung und das Management ihrer Smart City-Aktivitäten besser gestalten zu können, implementieren die Städte Freiburg und Köln in einer städteübergreifenden Kooperation ein „Rahmenwerk zur Zielsetzung (Objectives) und Wirkungsmessung der Erfolgsfaktoren (Key Results)“. Diese sog. „OKR-Methode“ setzt Google bereits seit dem Jahr 1999 ein.
  • Als Antwort auf zunehmenden Fachkräftemangel im Bereich der kommunalen Digitalisierung baut das ZDE Zentrum für Digitale Entwicklung GmbH sein modulares Angebot weiter aus. Seine Akademie bietet vielfältige Grundlagen- und Fachwissenskursen rund um den IHK-zertifizierten Abschluss „Smart City Expert“.
  • Ende Juni wurde der Auftakt der Forschungsgruppe „Die digitale Mittelstadt der Zukunft“ bekanntgegeben, die sich explizit mit der digitalen Transformation von Städten mit 20-100 T EW beschäftigen wird. Ihr Volumen beträgt 2,2 Mio € und federführend ist die in Münster ansässige WWU.
  • Im hessischen Eichenzell geht das Smart City-Projekt in die Umsetzungsphase über. Es werden mehr als 30 Ideen umgesetzt, u.a. eine Eichenzell-App, ein Starkregenfrühwarnsystem und On-Demand-Mobilitätsangeboten.
  • Dass die digitale Transformation einer Stadt sich nicht auf die Digitalisierungsmaßnahmen der geförderten Stadtverwaltung beschränkt, sondern umfassender und akteursspezifischer zu betrachten ist, erläutert diese Artikel am Beispiel von Münster.

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3. Digitale Mobilität und öffentlicher Raum

  • Weser-Radler und Wanderer können ab sofort digital von unterwegs aus einsehen, ob und wann sie zwischen Varenholz und Veltheim die Weser per Fähre überqueren können.
  • Wie können ÖPNV-Angebote in schwach besiedelten Gebieten die tatsächlichen Bedarfe der Bevölkerung decken? In einem Forschungsprojekt der Hochschule Hof ist für diese Zwecke der datenschutzkonforme Zugriff auf Einwohnermeldedaten umgesetzt worden.
  • In Gelsenkirchen werden schrittweise Straßenleuchten mit Sensoren ausgestattet, um perspektivisch eine Datengrundlage über die Parkraumauslastung, für eine ganzheitliche intelligente Verkehrssteuerung zu schaffen.
  • In Krefeld schreitet der Ausbau intelligenter Beleuchtungskonzepte voran, was sowohl eine bedarfsgerechtere Ausleuchtung öffentlicher Räume als auch Energieeinsparungen ermöglicht. In der Pilotphase wurden bereits 550 funkvernetzte Leuchten realisiert.
  • Seit September 2021 fährt ein Google-Auto für den Zeitraum eines Jahres durch die Hamburger Innenstadt, um Luftqualitätsdaten auf Einatmungshöhe zu messen. Die erhobenen Daten werden vom CityScienceLab der Hamburger HafenCity Universität ausgewertet.
  • Um kleinen und mittleren Kommunen ein Verständnis für LoRaWAN-Netzwerke und erste Anwendungsfälle zu geben, hat die rheinland-pfälzische Entwicklungsagentur gemeinsam mit Felix Schmitt am diesjährigen Digitaltag ein Webinar veranstaltet.

4. Stadtgesellschaft und Beteiligung

  • Der Digitale Zwilling der Landeshauptstadt München lässt sich nun produktiv über Virtual und Augmented Reality-Geräte nutzen. Planungsalternativen für zahlreiche stadtrelevante Entwicklungen können dadurch deutlich besser visualisiert und diskutiert werden, wovon sowohl Bürger:innen als auch Entscheidungsträger:innen profitieren. Für besonders Interessierte empfehlen wir diesen Videovortrag, in dem Markus Mohl die Hintergründe zum Digitalen Zwilling erläutert.
  • Das Iserlohner Waldstadtlabor ist ein Ort, an dem sowohl das städtische Smart City-Team arbeitet als auch Bürger:innen digitale Teilhabe über eine Ausstellung, Endgeräte und Informationsangebote erleben können.
  • Dass Beteiligung auch für die digitale Entwicklung unserer Städte und Regionen wichtig ist, scheint kaum jemand anzuzweifeln. Wenn diese allerdings konkret ausgestaltet werden muss, gilt es zahlreiche Aspekte zu klären: die Bedeutung digitaler Tools und physischer Beteiligungsformate, die Länge der Beteiligung, das Ideenmanagement u. v. m. Dr. Christopher M. Brinkmann spricht in diesem Interview über die Erkenntnisse aus seiner Beteiligungsforschung.

5. Klimagerechte digitale Stadtentwicklung

  • Die Wettersensoren der Stadt Krefeld, die aktuelle Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse messen und auswerten, meldeten in der vergangenen Hitzewelle Extremwerte, so dass sich die Stadtgesellschaft über lokalspezifische Warnungen informieren konnte.
  • Für die Aufarbeitung der Flutkatastrophe im Ahrtal spielen 3D-Karten eine entscheidende Rolle, denn sie geben den Forschenden einen präzisen Überblick über das Ausmaß der Flutschäden. Die Geodatenanwendung wurde von Virtual City Systems realisiert.
  • Digitale urbane Zwillinge sind in aller Munde, im Einzelfall unterscheiden sich diese jedoch hinsichtlich Maßstab, Funktion und Nutzer:innenkreis. Auf Gebäudeebene ist es ein „digitales Abbild der Wirklichkeit, das Informationen weitergibt, die Bau, Instandsetzung oder Sanierung von Gebäuden erleichtern“.
  • In der Stadt Geestland sollen 80 öffentliche Liegenschaften mit intelligenten Sensoren ausgestattet werden, so dass der Energieverbrauch kontinuierlich gemessen werden kann und energieintensive Anomalien schnell beseitigt werden können.
  • Im Landkreis Fulda wird schrittweise ein großflächiges Starkregenfrühalarmsystem mit 180 Sensoren implementiert. Die EDAG Group hat in diesem Projekt einen Online-Mängelmelder entwickelt, mit dessen Hilfe Bürger:innen Starkregenereignisse mitteilen können. Der Open Source-Code für den Mängelmelder ist auf GitHub öffentlich abrufbar.

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Dimitri Ravin
Dimitri Ravin
Dimitri Ravin befasst sich seit dem Jahr 2017 als Initiator von urban-digital.de mit dem Einfluss der Digitalisierung auf Städte. Parallel ist er mit Beratungs- und Vortragstätigkeiten i. Z. m. Smart City Projekten und Strategien tätig. Davor untersuchte er am Institut für den öffentlichen Sektor (KPMG) die Smart City-Strategien deutscher Großstädte und war als Projektassistenz für digitale Projekte bei der Stadt Dortmund angestellt. Mehr Informationen und Kontaktdaten →

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