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Digitaler Zwilling der Stadt Zürich

Die Stadt Zürich entwickelt eine Vielzahl an digitalen Werkzeugen, um die Arbeitsweise und Qualität bei stadtrelevanten Entscheidungsprozessen kontinuierlich zu verbessern und transparenter zu gestalten. In seinem Vortrag über den digitalen Zwilling der Stadt spricht Dr. Gerhard Schrotter, Direktor für Geomatik + Vermessung, von einer „Responsiven Stadt“. Die Responsivität äußert sich u.a. in der Entwicklung eines Stadtzwillings, mit dessen Hilfe für die gängigen Herausforderungen unserer Zeit – Urbanisierung, demographischer Wandel und Klimawandelschutz bzw. Klimawandelanpassung – hochwertige Entscheidungsgrundlagen geschaffen werden. Der Entwicklung des Zürcher digitalen Zwillings kommt als eines von sechs Bestandteilen des Strategie-Schwerpunktes Digitale Stadt eine gewichtige Rolle zu.2 Ziel des digitalen Zwillings ist die dreidimensionale Visualisierung von Geodaten, in dem schrittweise ein vollständigeres räumliches digitales Abbild der Stadt geschaffen wird.

„Ausgehend vom bestehenden digitalen 3D-Stadtmodell wird eine Plattform geschaffen, welche die ortsbezogene Kollaboration mit internen und externen Anspruchsgruppen ermöglicht. Sie unterstützt die effiziente Abwicklung von Bauvorhaben, die Darstellung und Diskussion städtebaulicher Zukunftsszenarien und die Mitgestaltung des öffentlichen Raumes.“

Stadt Zürich, 2018

Konkret bedeutet dies, dass bei anstehenden Bauvorhaben unterschiedliche Planungsalternativen mit ihren jeweiligen Schattenwürfen und Lärmemissionen ersichtlich werden. Ebenso können Elemente des digitalen Zwillings für die Stadtklima-relevante Folgenabschätzung zum Einsatz kommen: Welche Vegetation und welche Bebauung würde an welcher Stelle mehr urbanen Hitzestress verursachen? Aus städtebaulich-gestalterischer Perspektive bietet der digitale Zwilling ebenfalls eine verbesserte Diskussionsgrundlage, um bspw. Sichtachsen effektiver besprechen zu können. Im Gegensatz zu herkömmlichen Vorgehensweisen bei denen mittels zeitintensiver Renderings von vereinzelten Standpunkten aus, Sichtachsen visualisiert werden, können bei einem digitalen Zwilling unterschiedliche städtebauliche Perspektiven schnell generiert und damit bewertet werden, wie Tobias Frey als GIS Projektleiter beim Amt für Städtebau der Stadt Zürich, neulich in seinem Vortrag an der ZHDK Zürich erklärte2.

Für die Entwicklung des Zwillings kommen zahlreiche Datenquellen zum Einsatz. Sie alle tragen zu einem besseren Verständnis des Raums und seiner potenziellen Entwicklungsmöglichkeiten, bei.

  • Punktwolken (Laser Scanning)
  • Mobile Mapping (Mobile Trägerplattformen wie Drohnen, Autos mit Kameras etc.)
  • Luftbildaufnahmen
  • Im Stadtraum verbaute Sensoren
  • Building Information Modelling (BIM-Modelle)

Diese Speisung aus mehreren Datenquellen erfordert aus technischer Sicht für die Geodateninfrastruktur eine Verschränkung der Fachdaten. Für die Umsetzung bedarf es in der Stadtverwaltung aus organisatorischer Sicht an fortlaufend existierenden Einheiten, wie es in der Stadt Zürich die GIS- und BIM Koordinationen sind. Wenngleich im Hintergrund eine Verschränkung der Fachdaten angestrebt wird, erhält in den einzelnen Anwendungsfällen das Prinzip der kartografischen Generalisierung3 einen wichtigen Stellenwert. Für die Nutzung von Visualisierungsanwendungen in der Planungspraxis ist eine praktikable Abwägung zwischen einem Mehr an Informationen und ihrem jeweiligen Mehrwert für die Entscheidungspraxis entscheidend.

3D Hochhaus-Viewer3D Stadtmodell


Alle Hochhäuser von Zürich lassen sich mit einem interaktiven Webtool der Stadt Zürich entdecken. Link zum Hochhaus-Viewer


Nach Eingabe einer Adresse lassen sich im Stadtplan für den ausgewählten Ausschnitt sog. 3D-PDFs herunterladen. Zum Ausprobieren: Geben Sie eine exakte Zürcher Adresse ein und klicken Sie im erscheinenden Popup-Fenster anschließend auf 3D-Ansicht anzeigen. Link zum Stadtplan

Weitere Ausprägungen des Zürcher digitalen Zwillings lassen sich unter folgendem Link abrufen. In den seltensten Fällen müssen alle verfügbaren Datensätze, d.h. Untergrund, Geländemodelle, Gebäude, Vegetation, oberirdische und unterirdische Infrastruktur, kulturelle und soziale Objekte u.a., gleichzeitig eingeblendet werden. Dahingehend kommt auch den Ausgabegeräten der Visualisierungen eine große Bedeutung zu. Um das Optimum zu finden, geht die Zürcher Stadtverwaltung gleich mehrere Wege – seien es Webportale oder Augmented Reality über Tablets oder gar kopfgebundene Ausgabegeräte, die Dr. Gerhard Schrotter in dem nachfolgenden Vortrag präsentiert.

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Dimitri Ravin
Dimitri Ravin
Studium der Stadt-/ Raumplanung an der TU Dortmund, befasst sich seit dem Jahr 2017 als Intiator von urban-digital.de mit dem Einfluss der Digitalisierung auf Stadtentwicklung; letzte Stationen: Bachelorand beim Institut für den öffentlichen Sektor (KPMG), Projektassistenz für digitale Projekte bei der Stadt Dortmund.

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