Start Smart City Smarte Stadtplanung

Smarte Stadtplanung

Viele unserer Handlungen in der Stadt kreieren mittlerweile ein digitales Abbild: welche Verkehrsangebote wir nutzen, wo wir unsere Zeit verbringen, wie wir einkaufen und vieles mehr. Der vollkommene Datenschatz über unsere Handlungen ist dabei sehr heterogen, unstrukturiert und in seiner Gänze nicht verfügbar. Würde man allerdings auch nur einige Teildatensätze unserer Aktivitäten miteinander verknüpfen und in einem Modell visuell ansprechend aufbereiten, würden deutlich bessere Entscheidungsgrundlagen für die Stadtentwicklung zur Verfügung stehen.

An der Hamburger HafenCity Universität wird mit Hilfe von interaktiven datenbasierten Stadtmodellen – auch CityScopes genannt – an dieser visuell aufbereiteten Symbiose von Datensätzen über die Stadt gearbeitet. Zweck ist es, die Entscheidung über künftige Szenarien der Stadtentwicklung qualitativ und quantitativ zu verbessern. Eine ansprechende Visualisierung von urbanen Sachverhalten ermöglicht bessere Kommunikationsgrundlagen, da der von den Diskutanten geforderte Abstraktionsgrad zwischen Plan und Realität sinkt.

Vor dem Hintergrund dieses neuen Tools der smarten Stadtplanung ergeben sich neue Chancen und Herausforderungen für die Stadtplanung. Zum einen birgt die Visualisierung die Gefahr der Verzerrung von Sachverhalten, denn Visualisierung bedeutet stets auch die Priorisierung der einen Inhalte und die Zurückstufung von gewissen anderen. Akzentsetzung ist schließlich auch eines der Grundprinzipien von Kartografie.

Eine deutlichen Zugewinn erhalten Beteiligungsprozesse durch diese Tools insofern, als dass sie das gegenseitige Verständnis zwischen den Akteuren und der Öffentlichkeit in Bezug auf urbane Sachverhalte fördern. Laien erhalten ein besseres Verständnis für die Komplexität stadtplanerischer Sachverhalte und Experten profitieren von der Einbringung lokalen Wissens durch die beteiligte Öffentlichkeit.

Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ermöglichen es auch, Beteiligungsverfahren globaler aufzusetzen, erfordern allerdings im nächsten Schritt auch andere Methoden im Umgang mit den zahlreich gesammelten Meinungen über künftige Szenarien zu städtischen Entwicklungen. Die durch die breite Beteiligung hervorgerufene Masse an Meinungen muss verarbeitet werden können. Erste Ansätze mit der semantischen Analyse und anschließenden automatischen Kategorisierung von Stellungnahmen existieren dazu bereits.

Weitere Informationen

  • Im Projekt Finding Places wurden Potenzialflächen für Flüchtlingsnotunterkünfte im Hamburger Stadtgebiet mittels eines CityScopes gesucht.
  • Die Visualisierung von urbanen Daten für Investorengespräche hat das Hasso Plattner Institute gemeinsam mit der Berliner Wirtschaftsförderung Berlin Partner mit der Anwendung Smart Maps realisiert.
  • Bildnachweis Beitragsbild: cityscopecyanzhang_1

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Dimitri Ravin
Dimitri Ravin
Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, verfasst derzeit seine Abschlussarbeit über kommunale Digitalstrategien, zuvor Werkstudent bei der Stadt Dortmund (Projektassistenz Digitale Woche Dortmund), seit 2017 Herausgeber von urban-digital.de

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