Mittwoch, 19. Juni 2024
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Digitale Zwillinge als Tool für die Energiewende am 02. Juli 2024

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Digitale Authentifizierung für digitale Städte – Eine Diskussionsgrundlage

Bild von storyset auf Freepik

Um Städte im digitalen Zeitalter attraktiv und lebenswert zu gestalten, müssen wir Lösungen entwickeln, die auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten sind. Diese Lösungen erfordern in der Regel, dass die digitale Identität einer Person, die einen digitalen Service nutzen möchte, sicher bestätigt („authentifiziert“) und verwaltet werden kann.

Die Interaktion zwischen Bürger:innen, Verwaltung und lokaler Wirtschaft wird immer digitaler – vom Buchen von Mobilitätsdiensten bis hin zur Kommunikation mit der Stadtverwaltung, das Rückgrat solcher Prozesse bildet die Erstellung, Verwaltung und Authentifizierung digitaler Identitäten. Doch wie steht es gegenwärtig um digitale Identitäten und Identifikationssysteme, die als bedeutender Baustein für digitale kommunale Dienste angesehen werden können?

Um diese Thematik zu beleuchten, haben wir kürzlich ein Fachgespräch mit dem Anbieter XignSys für Smartphone-basierte Authentifizierungslösungen und den Stadtwerken der Stadt Amberg durchgeführt. Dieses Gespräch resultierte in einer Reihe spannender Thesen, die wir im Folgenden vorstellen werden, um diesen Diskurs mit interessierten Leser:innen weiterzuführen.

Diskutanten

Benjamin Spoden, Director Public, XignSys

Florian Andersch, Geschäftsfeldentwicklung und Innovationsmanagement, Stadtwerke Amberg

Dimitri Ravin, Herausgeber Urban Digital

Digitale Authentifizierung und OZG

Ein effektives Authentifizierungs- und Identifikationssystem ist eine wichtige Voraussetzung für sichere und komfortable digitale Transaktionen und Dienstleistungen. Smartphone-basierte Authentifizierungslösungen können im regulierten Bereich, einschließlich kommunaler Verwaltungen, eingesetzt werden. Da das Onlinezugangsgesetz (OZG) die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen fördert, regelt es auch die Authentifizierung von Nutzer:innen.

„Die BundID, das Nutzerkonto des Bundes, gewährleistet eine sichere, digitale und nutzendenfreundliche Identifizierung und Authentifizierung von Bürgerinnen und Bürgern bei der digitalen Beantragung von Verwaltungsleistungen.“

Bundesministerium des Innern und für Heimat, 2023

Doch wie schaut es mit der Authentifizierung von Bürger:innen bei solchen Leistungen aus, die nicht im OZG-Umsetzungskatalog enthalten sind und damit keinen LeiKa-Schlüssel haben? Zu solchen Dienstleistungen, die für eine digitale Stadt relevant sein könnten, gehören:

    • Zugang zu Stadtmöbeln wie Spielboxen oder Fahrradstationen im öffentlichen Raum

    • Buchung von Mobilitätsdiensten

    • City-App mit Informationen über in privaten Bereichen installierte Sensoren

    • Stadtwerke-Kundenportal

    • Loyalty-Programme mit lokalen Gewerbetreibenden, auf lokalen Online-Marktplätzen

Single Sign-On-Systeme

Die Anwendungsfälle mit Erfordernis einer sicheren digitalen Identität sind vielfältig und für einige dieser Anwendungsfälle existieren bereits digitale Identitätslösungen. Daher kann es bei der Umsetzung von digitalen Identitätslösungen hilfreich sein, eine Ebene darüber zu setzen, um eine einheitliche Identität zu schaffen, die über mehrere Systeme hinweg genutzt werden kann.

Da Stadtwerke im Zuge der Digitalisierung das Ziel verfolgen, neben ihren Standarddiensten auch datenbasierte Mehrwertdienste anzubieten, bieten sie den idealen Ausgangspunkt für die Implementierung digitaler Innovationen, wie etwa einer umfassenden Mobilitätsplattform oder einem Single Sign-On-System. Damit können sie ihre ohnehin starke und oftmals vertrauenswürdige regionale Marke weiter ausbauen.

Die Implementierung von Single Sign-On-Systemen bei Stadtwerken könnte eine einfache und effiziente Möglichkeit sein, um den Nutzer:innen eine Vielzahl von Diensten unter einem digitalen Dach anzubieten. Nutzer:innen sollten nicht zwischen verschiedenen Apps hin- und herspringen müssen, sondern ihre Dienste zentral und komfortabel nutzen können.

Für die Stadtwerke könnte sich dieser Ansatz auch aus wirtschaftlicher Sicht lohnen, weil dadurch die Vermarktung ihrer Dienste optimiert würde. Durch die Reduzierung von Schritten in einem digitalen Prozess, zum Beispiel durch weniger Klicks, könnte sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Nutzer:innen einen Kaufprozess abschließen und nicht vorzeitig abbrechen. Das bedeutet, eine konsolidierte, benutzerfreundliche digitale Plattform, die verschiedene Dienstleistungen in einer Anwendung vereint, kann das Nutzer:innenerlebnis erheblich verbessern und die Conversion Rate erhöhen.

Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Stadtwerken

Durch die Digitalisierung der Stadtwerke-Dienstleistungen und die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung können effiziente, kundenorientierte Smart-City-Lösungen entstehen, die die Lebensqualität verbessern.

Um in der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Stadtwerken und Stadtverwaltungen unterschiedliche Auffassungen über Rollen und Zuständigkeiten zu vermeiden, sind regelmäßige Treffen und Workshops zur Stärkung der Beziehung und gemeinsamen Initiierung von Projekten notwendig.

Schließlich besteht ein signifikanter Mehrwert darin, dass Stadtwerke und kommunale Akteure in einer kooperativen Atmosphäre arbeiten, um isolierte Projekte zu vermeiden. Diese Kollaboration kann dazu führen, dass umfassendere Dienstleistungen bereitgestellt werden, die speziell auf die Bedürfnisse und Vorlieben der regionalen Nutzer zugeschnitten sind.

Weitere Erkenntnisse

    • Insgesamt ist es wichtig, zu vermeiden, dass sich kommunale Akteure über unüberlegte Beschaffungen in Technologien einschließen, die ihre Fähigkeit zur Integration und Anpassung an zukünftige Anforderungen einschränken könnten. Die Nutzung offener Schnittstellen und einheitlicher Plattformen kann den Austausch und die Verwaltung von Daten vereinfachen und zur langfristigen Verbesserung von Dienstleistungen beitragen.

    • Der Prozess der Erstregistrierung für digitale Dienste ist oft komplex, aber notwendig, um hohe Sicherheitsstandards zu gewährleisten. In diesem Kontext ist die Sicherheit der IT-Lösungen von größter Bedeutung, was durch externe Bewertungen wie die des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) überprüft wird. Die Verwendung von Session-Cookies kann zu Sicherheitsproblemen führen, wenn sie nicht korrekt gehandhabt werden, daher wird empfohlen, ihre Laufzeit kurz zu halten.

    • Was die Integration von Sensordaten in Netzwerke anbelangt, so ist eine sichere digitale Identität sowohl für die Sensoren als auch für die Personen, die sie installieren und pflegen, von entscheidender Bedeutung.

Sie möchten zum Thema Authentifizierung in
Smart-City-Projekten mit diskutieren? Lassen Sie es uns wissen!


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