Start Smart City Eine smarte Zukunft braucht die Kraftbündelung privater und öffentlicher Akteure

Eine smarte Zukunft braucht die Kraftbündelung privater und öffentlicher Akteure

Es wird erwartet, dass die Weltbevölkerung bis 2030 auf 8,5 Milliarden und bis 2100 auf 11,2 Milliarden Menschen anwachsen wird. Das bringt eindeutig eine Vielzahl von geopolitischen und wirtschaftlichen Fragen mit sich, die beantwortet werden müssen. Sind unsere Städte, Kommunen und Institutionen diesen Herausforderungen in Verbindung mit umweltpolitischen Aufgaben und einer sich verändernden Altersstruktur gewachsen?

Erste ‚smarte‘ Lösungen sind bereits Realität, da öffentliche Verwaltungen, Industrie und Bürger die Daten von mobilen Endgeräten, Sicherheitskameras, Sensoren oder interaktiven Bildschirmen nutzen, um die Art und Weise, wie wir miteinander leben, arbeiten und zusammenarbeiten, zu verbessern. 

Solche Bemühungen sind jedoch weit davon entfernt, die Herausforderungen zu lösen, die sich uns durch die aktuelle digitale Transformation stellen. Was wir sehen, ist ein deutlicher Mangel an Synergien zwischen privaten und öffentlichen Dienstleistern. Infolgedessen entstehen in den Städten häufig siloartige Lösungen, die keine agilen, datengesteuerten, erschwinglichen, interoperablen und bürgernahen Dienste in ihrer Gesamtheit ermöglichen.

1. Was vor uns liegt

Es ist wohl an der Zeit, dass die Stadtverantwortlichen die neuartige Infrastruktur, die zur Erreichung einer solchen Vision erforderlich ist, besser verstehen (und vollumfänglich annehmen). Der Sprung in die “Society 5.0” (Japans Vision der digitalen Zukunft) ist einzigartig und erfordert Technologien wie Big Data, Internet of Things (IoT), künstliche Intelligenz (KI) oder Robotik, die in jeder einzelnen Branche verschmelzen und zum Rückgrat unseres sozialen Lebens werden. 

Darüber hinaus erfordert eine solche Umstrukturierung auch, dass die öffentlichen Verwaltungen von nach innen gerichteten, fragmentarisch orientierten Organisationsstrukturen zu hochgradig kollaborativen Organisationen (zu denen Privatunternehmen, gemeinnützige Organisationen, Sozialunternehmen und Bürger gehören) übergehen, um nahtlose öffentliche Dienste bereitzustellen und so den Fortschritt einer Informationsgesellschaft voranzutreiben.

“Digital wird schneller, günstiger und stärker sein”. Aber bitte „smart“.

Deutschland ist bei der Digitalisierung im Bereich der Fertigungsindustrie (Industrie 4.0) weltweit führend. Diese digitale Umsetzungskompetenz hat in Deutschland in vielen Bereichen der öffentlichen Verwaltung noch keine Umsetzung gefunden. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland sogar einen der letzten Plätze bei der Digitalisierung im öffentlichen Bereich, wie es die aktuelle untenstehende Grafik der Europäischen Kommission belegt. In Ländern wie Finnland, Estland, Spanien oder den Niederlanden befindet sich die Digitalisierung im öffentlich Bereich häufig auf Augenhöhe mit der Digitalisierung in der Industrie.

Ein Bild, das Screenshot enthält.

Automatisch generierte Beschreibung
Quelle: Digital Public Services, Europe’s Digital Progress Report 2019, S. 2

Der Mentalitätswechsel in den öffentlichen Verwaltungen muss das Verständnis miteinschließen, dass es bei der digitalen Transformation nicht nur um innovative Technologien geht, sondern auch um signifikante Veränderungen in der Führungsstruktur. Um die Vision von einem stärkeren Wettbewerb und mehr Wohlstand für die Bürger zu verwirklichen, müssen die öffentlichen Verwaltungen bereit sein, von den besten Praktiken des Privatsektors und der intelligenten Städte weltweit zu lernen. 

2. Macht in die Hände der Bürger legen

Ob es darum geht, zu entscheiden, wie man von A nach B kommt, oder ob man zu einem überfüllten Sonntagsmarkt geht oder nicht… es sind die Bürger, die dies selbst entscheiden möchten. Solange neue Anwendungen einen bequemen, aussagekräftigen und zeitnahen Zugang zu den von ihnen benötigten Diensten ermöglichen, werden die Nutzer diese Daten instinktiv verstehen und nutzen. Denn sie verbessern ihre Lebensqualität. Vorausgesetzt, sie erfolgen auf offene, private und sichere Weise – unabhängig davon, ob sie ihre personenbezogenen Daten für sich behalten oder sie für das öffentliche Wohl zur Verfügung stellen.

3. Eine hilfreiche (elektronische) Hand für die Erbringung öffentlicher Dienstleistungen

Wenn ineffiziente öffentliche Verwaltungen ein ungünstiges Preis-Leistungs-Verhältnis für das Geld der Steuerzahler bieten, bleibt dies von Wählern und Aufsichtsbehörden nicht unbemerkt. Daher ist es von größter Bedeutung, die Effizienz und Reaktionszeit zu verbessern. In dieser Hinsicht ist die Digitalisierung interner Arbeitsabläufe innerhalb öffentlicher Verwaltungen nur eine der Möglichkeiten, sich grundlegend verändern können. 

Das Potenzial hat mindestens zwei Dimensionen: als Eckpfeiler nachhaltiger und integrativer Städte können digitale Technologien qualitativ hochwertige, nutzerorientierte digitale öffentliche Dienste für Bürger und Unternehmer liefern. Im Gegenzug kann das Management öffentlicher Dienste besser gehandhabt werden, was die Rechenschaftspflicht, das Vertrauen und die wirtschaftliche Entwicklung fördert. 

4. Das FIWARE-Ökosystem für eine smarte Zukunft

Um unter anderem die Bedeutung dieser Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Verwaltung und Privatwirtschaft zu thematisieren, fand der FIWARE Global Summit am 23. und 24. Oktober 2019 erstmals im CityCube in Berlin statt. In Zusammenarbeit mit der Smart Country Convention brachte er renommierte Referenten aus den Bereichen Smart City, Smart Industry, Smart Agrifood und Smart Energy zusammen und präsentierte rund 1.000 Stadtvertretern, Entwicklern, Vordenkern, Unternehmern, KMU, Großunternehmen, Startups und Investoren die neuesten digitalen Lösungen auf der Grundlage anerkannter Open Source-Technologie. 

Mit mehr als 70 Vorträgen, Panels, Workshops und Keynotes zu innovativen Open-Source-Technologien brachte diese Ausgabe des Summits eine Neuerung mit sich: Der Smart Cities-Track war für Teilnehmer der Smart Country Convention offen. In diesem Teil der Veranstaltung waren unter anderem zahlreiche Bürgermeister wie auch Digitalisierungsverantwortliche vertreten, die die Herausforderungen, Chancen und Strategien auf ihrem Weg der digitalen Transformation teilten. 

5. Der FIWARE Global Summit

Organisationen wie die FIWARE Foundation unterstützen und stärken fortschrittliche Städte, Endanwender, Entwickler, Startups, KMUs, globale Unternehmen und Innovationszentren, die Potenziale digitaler Lösungen zu erkennen und zu erschließen.

Der FIWARE Global Summit ist eine der größten Veranstaltungen für Open-Source-Initiativen im Bereich der digitalen Transformation. Der FIWARE Global Summit ist der Ort, an dem die Themen E-Governance, Open-Source-Lösungen und Smart Cities diskutiert werden und  unterschiedlichste Referenten sowie Teilnehmer aus Japan, Deutschland, Spanien, Italien, Brasilien, Singapur und vielen weiteren Ländern zusammenkommen. Der nächste FIWARE Global Summit findet im Juni 2020 in Malaga statt.

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Beitrag

Ulrich Ahle
Ulrich Ahle ist Geschäftsführer der FIWARE Foundation. Die FIWARE Foundation ist eine Open Source-Initiative, die Entwicklungen von smarten Lösungen auf eine schnellere, einfachere, interoperable und erschwingliche Weise fördert. Mehr >>

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