Ich war für den Urban Digital Podcast vor Ort und habe 12 Statements eingefangen: am Stand, an der frischen Luft, im Gang zwischen den Sessions, manche live am Mikro, manche im Nachgang nachgereicht. In der Folge geht es um Prozessvisualisierung, Web-AR-Anwendungen, LoRaWAN-Use-Cases, eine White-Label-Stadt-App, KI-Agenten in urbanen Datenplattformen, eine Super-App aus dem Münsterland, die Frage nach dem Return-on-Invest kommunaler Digitalisierung, Bürgerbeteiligung als Teil des Smart-Region-Ökosystems, IoT für Stadtwerke und eine Dataspace-Plattform. Eine kompakte Tour durch die Themen, die die Community gerade bewegt.
Die ganze Folge gibt es ab sofort auf Spotify und Apple Podcasts.
Die 12 Stimmen der Folge
Marvin-Curtis Große @Digitale Komplizen
Curtis Große hat im Jahr 2023 zusammen mit Daniel das Innovationslabor des Werra-Meißner-Kreises aufgebaut und ist heute mit den Digitalen Komplizen selbstständig. Das Werkzeug KOMIQ adressiert Prozessvisualisierung als Hebel, um in Verwaltungen Klarheit über Abläufe zu schaffen.
Er erklärt, warum Prozessvisualisierung in der Praxis oft die entscheidende Vorarbeit für jede Digitalisierungsmaßnahme ist. Wer eine Software einführen will, ohne den eigenen Prozess sauber abgebildet zu haben, verschiebt das Problem nur. Die Digitalen Komplizen setzen dort an: erst verstehen, was eigentlich passiert, dann digitalisieren.
Viktor Waal @spotAR
Viktor Waal ist mit spotAR seit Jahren im Bereich Augmented Reality unterwegs, getroffen haben wir uns das erste Mal auf dem AR/VR-Festival in Gelsenkirchen und erst kürzlich Anfang Mai beim Rheinland-Workation-Stopp in Troisdorf.
Sein Statement dreht sich um die Web-AR-App, die spotAR für Ratingen entwickelt hat, und um die Integration in einen regionalen Tourismus-Hub. Web-AR ist für ihn die naheliegende Antwort auf das Akzeptanzproblem klassischer AR-Apps: Es braucht keinen Download, keine Hürde, nur einen Browser. Die Tourismus-Hub-Integration zeigt, wie aus einem Einzelprojekt in einer Stadt eine Plattformlogik werden kann, in die andere Kommunen ihre Inhalte einspielen können.
Michael Kliebenschedel @Mainova AG
Michael Kliebenschedel setzt bei der Mainova AG Smart City Projekte um. Begegnet sind wir uns vor einigen Jahren bei einer Veranstaltung auf dem Mainova-Gelände in Frankfurt am Main. Er berichtet aus der Praxis der Mainova-Smart-City-Tour: welche konkreten LoRaWAN-Use-Cases bei kommunalen Kunden tatsächlich laufen, vom Energiemonitoring in städtischen Gebäuden über Füllstandsmessung bis zu kleineren Klimasensoren. Sein Punkt: die Diskussion ist von „ob LoRaWAN“ zu „welche Use-Cases zuerst“ gewandert. Wer als Stadtwerk oder Versorger sucht, braucht heute keine Pionierarbeit mehr, sondern eine saubere Priorisierung bereits vorhandener Use Cases.
Sabine Köhler-Lindig @FABRIK19 AG / Fred App
Sabine Köhler-Lindig ist für die FABRIK19 AG in Gießen tätig. Im Gespräch mit ihr sprechen wir über die Fred App und ein konkretes Live-Update aus Frankenthal: Wie eine Stadt-App rund um das Strohhutfest tatsächlich genutzt wird, welche Inhalte funktionieren und welche nicht. Sabines These: Stadt-Apps müssen sich an konkreten Anlässen beweisen, nicht an abstrakten Use-Case-Tabellen. Das Strohhutfest war so ein Anlass und hat gezeigt, dass die Bürger eine gut gemachte App tatsächlich nutzen, wenn sie einen Grund haben.
Lutz Heuser @[ui!] Urban Software Institute
Lutz Heuser ist Gründer und Geschäftsführer des [ui!] Urban Software Institute, dem Pionier urbaner Datenplattformen in Deutschland. [ui!] hat unter anderem eine Niederlassung in Darmstadt und arbeitet eng mit der ekom21 zusammen. Lutz stellt my[ui!] Workplace vor, einen KI-Agenten, der die datenbasierte Arbeit in Kommunen zielgruppengerecht aufbereitet. Der rote Faden: urbane Datenplattformen entwickeln sich vom reinen Sensordaten-Aggregator zur Arbeitsumgebung für die kommunale Fachebene. Wer in der Verwaltung mit Daten arbeitet, soll künftig nicht mehr in fünf Tools springen müssen, sondern eine Oberfläche haben, in der KI-Agenten konkrete Auswertungen vorbereiten.
Dieter van Acken @Tobit / Digitalstadt Ahaus
Dieter van Acken ist seit Jahrzehnten bei Tobit Software und treibt die Digitalstadt Ahaus voran, die aus meiner Sicht bekannteste Smart-City-Modellstadt Nordrhein-Westfalens. Dieter hat schon seit Längerem Austausch mit hessischen Digitalisierungsinitiativen. Er war in Hessen, um die Digitalstadt vorzustellen, ganz konkret die Super-App, die Tobit für Ahaus mitentwickelt hat und die heute mehrere kommunale Dienste bündelt, sowie das You-Taxi-Projekt. Beides illustriert seine These, dass Digitalstadt-Konzepte nur funktionieren, wenn sie einen klar kommunizierten Mehrwert für den Alltag der Bevölkerung liefern.
Jens Steimann @DKSR – Daten-Kompetenzzentrum Städte und Regionen
Jens Steimann kommt aus Düsseldorf und verantwortet bei DKSR die Produktstrategie. Aktuell beschäftigt er sich mit dem Sozialreport, einem Datenprodukt, das kommunalen Entscheidern eine vergleichbare Sicht auf soziale Indikatoren ihrer Stadt gibt. Sein Return-on-Invest-Argument zielt auf die Frage, warum sich datenbasierte Arbeit für eine Stadt rechnen soll, insbesondere auch jenseits von Förderlogik.
Robert Heinecke @Breeze Technologies
Robert Heinecke ist Gründer und CEO von Breeze Technologies aus Hamburg, dem Spezialisten für hochauflösende Luftqualitätssensorik und die zugehörige Environmental Intelligence Cloud. Sein Statement liefert den roten Faden, der sich durch viele Marburger Gespräche zieht: Städte und Kommunen wollen nicht mehr nur Leuchtturmprojekte starten, sondern echte Mehrwerte für ihre Bürger erzeugen.
Nadine Wunderer @CrowdInsights
Nadine Wunderer arbeitet bei CrowdInsights an Bürgerbeteiligungslösungen. Wir haben uns am Stand in Marburg verpasst, das Statement ist im Nachgang entstanden. Sie war auch das erste Mal vor Ort und von der Atmosphäre begeistert.
Jan-Philipp Exner @ZENNER International
Dr. Jan-Philipp Exner ist bei ZENNER International in Saarbrücken tätig, das Unternehmen liefert IoT-Lösungen für Stadtwerke, Energieversorger und Verwaltungen. Sein Statement hat er nach dem Kongress als Audio-Bericht nachgereicht. Jans Beitrag liefert die Einordnung aus Anbietersicht: Wie ein IoT-Spezialist die Marburger Veranstaltung wahrgenommen hat, welche Trends er bei den Gesprächen am Stand mitgenommen hat und wo ZENNER mit seinen Produkten in der Smart-City-Wertschöpfungskette ansetzt.
Judith Schultze @Hypertegrity AG
Mit Judith Schultze verbindet uns die Workation 2023 in Fulda-Eichenzell, wo sie uns als Local tatkräftig unterstützt hat. Judiths Statement schließt die Folge für mich als Full-Circle-Moment. Sie ordnet den Kongress ein und stellt die Dataspace-Plattform der Hypertegrity AG vor, mit der Kommunen und Versorger ihre Datenräume strukturieren und teilen können.
Die ganze Folge gibt es auf Spotify und Apple Podcasts.

