Digitalisierung erklärt

Der Begriff „Digitalisierung“ taucht gegenwärtig in allen gesellschaftlichen Bereichen auf. Oftmals unterbleibt dabei jedoch eine klare Definition, um was es sich bei Digitalisierung handelt. Nach der anfänglichen Erwähnung scheiden sich die Geister in allen Bereichen. Der Wirtschaftssektor spricht von Industrie 4.0, die Stadtverwaltung von E‑Government, die Krankenkassen vom smarten Zugang zu Gesundheitsdaten und der Verkehrssektor vom autonomen Fahren.

Digitalisierung scheint ein Containerbegriff zu sein, der alle möglichen und (noch) unmöglichen Technologien beinhaltet. Der häufigen Begriffsverwendung folgend, müssen die als Digitalisierung beschriebenen Entwicklungen eine weitreichende Bedeutung für unsere Gesellschaft haben. Tatsächlich ist Digitalisierung ein gesellschaftlicher Megatrend, d. h. Digitalisierung betrifft alle – ebenso wie der Klimawandel, die Globalisierung und der demografische Wandel. Megatrends erfordern den Austausch sowie die Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Akteure. Hierfür wäre ein gemeinsames Begriffsverständnis von Vorteil.

  1. Begriffsdeutungen
  2. Treibende Entwicklungen
  3. Historischer Kontext
  4. Digitalisierung und Gesellschaft

 

1. Begriffsdeutungen

Was bedeutet Digitalisierung? Erste Hinweise bietet ein sprachlicher Zugang zum Begriff. „Digital“ ist der Gegenbegriff zu „analog“ und die Nachsilbe „ierung“ betont den verlaufenden Charakter. In der Folge versteht sich Digitalisierung als ein Prozess, durch den Analoges zunehmend mit Digitalem ersetzt wird. Als Nächstes stellt sich die Frage, wie dieser „Prozess des Digitalisierens“ inhaltlich auszulegen ist und hierzu lassen sich zwei Richtungen einschlagen.

Die erste Begriffsdeutung beschreibt Digitalisierung als eine „Überführung von Informationen von einer analogen in eine digitale Speicherung“ (Bengler & Schmauder, 2016, S. 75). Ursprünglich bedeutet dies bspw. das Einscannen alter Fotografien ins JPEG-Format oder die Umwandlung von Schallplatten ins MP3-Format. Die zuvor analogen Informationen werden digital, d. h. sie lassen sich in eine Aneinanderreihung weniger Wertzustände aufdröseln – in der Regel nach dem Binärsystem in 0 oder 1. Die heutige Technik verarbeitet die Realität zumeist sofort in digitale Informationen, ohne die Zwischenstufe, vorher einen analog aufgenommenen Informationsträger zu produzieren. So kann z. B. ein Smartphone einen realen Ton sofort digitalisieren, indem es zeitgleich eine MP3-Datei erstellt. Digitale Informationen bieten beachtliche Vorteile, zumal sie sich wesentlich schneller und v. a. auf unterschiedlichen Geräten reproduzieren und verarbeiten lassen. Die MP3-Datei kann, im Gegensatz zur Tonaufnahme einer Audiokassette, neben dem Smartphone auch auf vielen weiteren Geräten abgespielt werden. (vgl. Litzel, 2017)

Die zweite Begriffsdeutung von Digitalisierung beschreibt die verstärkte Nutzung digitaler Technologien eines Einzelnen, einer Organisation bzw. einer Gesellschaft. In diesem Sinne beleuchtet Digitalisierung insbesondere wie sich durch die flächendeckende Einführung digitaler Kommunikations- und Informationstechnologien alle Akteure und Bereiche der Gesellschaft strukturell verändern. (vgl. Bengler & Schmauder, 2016, S. 75) Im öffentlichen Diskurs wird der Begriff Digitalisierung v. a. seit 2014 inflationär verwendet (vgl. Heuermann u. a., 2017, S. 9). Eine Analyse der Google Suchanfragen bestätigt das steigende Interesse an Digitalisierung binnen weniger Jahre.

Die inhaltlichen Andeutungen und die Breite der Kontexte, in denen Digitalisierung erwähnt wird, lassen dabei eindeutig auf die zweite Begriffsdeutung schließen (siehe Tabelle). Entsprechend befasst sich dieser Beitrag im Folgenden mit Digitalisierung als gesamtgesellschaftlichen Trend.

Beispielhafte Kontexte, in denen Digitalisierung im öffentlichen Diskurs seit 2014 verwendet wurde.

 

2. Treibende Entwicklungen

Was beinhaltet der eingangs erwähnte Container der Digitalisierung? Durch welche konkreten Entwicklungen lässt sich das Phänomen Digitalisierung operationalisieren? Im Folgenden sei eine Beantwortung dieser Fragestellung vorgestellt, die sich aus gegenwärtigen Verwendungskontexten des Begriffs im deutschsprachigen Raum erschließt. Danach umfasst Digitalisierung fünf treibende und stetig zunehmende Entwicklungen, die sich wechselseitig beeinflussen.

 

Zunehmende Automatisierung

Die voranschreitende Automatisierung vieler Tätigkeiten ist ein entscheidender Treiber der Digitalisierung. Freilich werden Arbeitsabläufe bereits seit den 1950ern und vermehrt seit den 1970ern mit Hilfe von Elektronik, Digitaltechnik, Robotik und dem Einsatz von Computern automatisiert. So finden sich bspw. schon vor der Jahrtausendwende Ansätze, die Arbeitsabläufe im Büroalltag mit elektronischer Datenverarbeitung zu optimieren. (vgl. Heuermann u. a., 2017, S. 9-11) In ihrer heutigen Triebkraft speist sich die Automatisierung neben der Hardware-Entwicklung v. a. durch komplexe und selbstlernende Softwaresysteme, die nicht nur bei standardisierten und zyklischen Abläufen weitgehend ohne menschliche Hilfe auskommen. Bekanntermaßen führt die Automatisierung schon seit mehreren Jahrzehnten zu einem starken Wegfall von Arbeitsplätzen im produzierenden Gewerbe. Seit einigen Jahren erreicht diese Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen jedoch auch den Dienstleistungssektor. Ihre Ausprägung findet diese Ausweitung in den Dienstleistungsbereich z. B. in den Aussagen der größten Bank Deutschlands, die von „qualifizierten Maschinen“ anstelle von qualifizierten Mitarbeitern spricht (FAZ, 2017). Aussagen führender Technologen zur Folge lautet die nüchterne Erkenntnis: alles das, was ein Computer irgendwann machen kann, wird ein Computer auch machen:

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Sebastian Thrun ist ein deutscher Informatiker im Silicon Valley, Experte für künstliche Intelligenz und Ex-Vizepräsident von Google.

 

Zunehmende Vernetzung (Internet)

Vernetzung meint eine fortwährend steigende Anzahl von digitalen Geräten, die sich miteinander verbinden (können). Während sich die Bedienung digitaler Geräte ursprünglich besonders auf die Interaktion zwischen Mensch und Maschine reduzierte, so erweitert sich die Bedienung nun zu einer Interaktion zwischen Menschen, die digitale Geräte mit Internetzugang bedienen. Das Internet wird dadurch zu einem sozialen Handlungsraum. (vgl. Boes u. a., 2016, S. 34) In jüngster Entwicklung nimmt die Vernetzung durch das „Internet der Dinge“ ein explosionsartiges Ausmaß an. Immer mehr digitale Geräte kommunizieren untereinander und treffen Entscheidungen zur weiteren Verfahrensweise – auch ohne menschliche Bedienung. Diese Art der Vernetzung dringt sowohl in die Arbeitswelt (Industrie 4.0 – BMBF) als auch in andere Lebensbereiche vor (Smart Home – Telekom). Das Institut für Innovation und Technik beziffert in seinem Themenband Digitalisierung die Anzahl der auf das Internet zugreifenden Geräte auf ca. 15 Milliarden (vgl. Heinrich u. a., 2017, S. 53)

 

Verbreitung digitaler Endgeräte

Die Massentauglichkeit hochleistungsfähiger Endgeräte mit drahtlosem Internetzugang stellt einen weiteren Treiber der Digitalisierung dar, weil diese Geräte digitale Technologien nahezu allen zugänglich machen. In Kombination mit der Vernetzung (Ausbau der Kommunikationsinfrastrukturen) ermöglichen derzeit insbesondere Smartphones, Notebooks und Tablets einen permanenten und mobilen Zugriff auf den globalen Informationsraum Internet (vgl. Boes u. a., 2016, S. 34). Der Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom e.V.) ordnet das Smartphone als die Technologie mit der bislang höchsten Verbreitungsdynamik ein und stellt fest: „Innerhalb nur eines Jahrzehnts ist das Smartphone von einem Nischenprodukt zu einem unverzichtbaren Begleiter im Alltag geworden.“ (Bitkom e.V., 2017, S. 14) Als Resultat dieser „mobilen Dekade“ nutzen in Deutschland ungefähr 56 Millionen Menschen ein Smartphone (ebd. S. 15).

Ihren weiteren Lauf nimmt die rasante Verbreitung internetfähiger Endgeräte in der Bevölkerung über internetfähige Uhren (Smart Watches), Datenbrillen (Virtual und Augmented Reality), digitale Sprachassistenten (Smart Home Assistants) u. v. m. Die technische Entwicklung und massenhafte Verbreitung dieser Geräte implementiert verstärkt digitale Technologien in den Lebensalltag der meisten Menschen. In der Folge tragen große Teile der Bevölkerung zum sozialen Handlungsraum Internet bei und nehmen diesen digitalen Raum immer umfangreicher und realitätsnäher wahr.

Quelle + Abb. verändert nach Bitkom e.V., 2017, S. 15

 

Steigende Datengenerierung

Digitalisierung bedeutet auch astronomisch wachsende Datenbestände. Die Allgegenwärtigkeit digitaler Geräte mit ihren zahlreichen Funktionen führen zu einer kontinuierlichen Erstellung von neuen digitalen Daten. Im Sinne des ursprünglichen Verständnisses von Digitalisierung könnte man feststellen: die reale Welt wird ständig digitalisiert, d. h. es werden immer mehr digitale Abbilder von realen physischen Objekten (Bilder), Geräuschen (Tonaufnahmen), Wegführungen (Geodaten) oder auch biologischen Zuständen wie des Blutdrucks (Smart Watches) erstellt. Hierzu leistet im privaten Bereich insbesondere das Smartphone seinen Beitrag – als eine Kombination aus Telefon, Digitalkamera, Navigationssystem, Musik- und Videoplayer, Mikrofon, Texteingabegerät, … Im geschäftlichen Bereich generiert die digitale Abwicklung, Steuerung und Überwachung etlicher Arbeitsabläufe durch IT-gestützte Systeme fortlaufend neue digitale Daten. Die anschließenden Bestrebungen, diese primären riesigen Datenbestände zu analysieren, auszuwerten und zu nutzen, münden in weitere Daten (Big Data, Data Mining).

 

Steigende Rechen- und Speicherkapazität

Die durchschlagenden Fortschritte der Speicher- und Rechenleistung bilden die entscheidende Grundlage für sämtliche digitale Technologien. Die technischen Fortschritte der Mikrotechnik bereiten den Weg, um immer größere Datenmengen auf immer kleineren physischen Einheiten speichern und verarbeiten zu können. Der Halbleiterindustrie gelingt es seit den 1970ern, immer mehr elektronische Schaltkreise in immer kleineren Mikrochips zu verbauen, die wiederum dadurch immer mehr Informationen in 0 und 1 verarbeiten können. Diese Entwicklung wird oft als exponentiell eingeschätzt und geht auf das „Mooresche Gesetz“ zurück, das nach Gordon Moore, dem Mitgründer der Intel Corporation, benannt ist.

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Die Sendereihe “Scientists You Must Know” ist eine Initiative der in Philadelphia (USA) ansässigen “Chemical Heritage Foundation“ und beleuchtet in dieser Ausgabe Leben und Werk von Gordon Moore.

 

Als Digitalisierung bezeichnete Erscheinungen unserer Zeit wie bspw. E-Government, autonomes Fahren, Virtual Reality, 3D-Drucker, Industrie 4.0 hängen immer (in)direkt mit diesen fünf treibenden Entwicklungen zusammen. Dabei lassen sich aufgrund der rasanten Entwicklung und immensen Komplexität der Digitalisierung keinesfalls verursachende und wirkende Komponenten für die Zukunft voneinander trennen. Vielmehr ist eine einzelfallspezifische Betrachtung der fünf treibenden Entwicklungen und den Erscheinungen der Digitalisierung zielführender, denn der Zusammenhang kann unterschiedliche Formen annehmen. So ist im Falle von Social Media die treibende Entwicklung der Datengenerierung eine klare Folge von intensiver Nutzung von Social Media. Im Falle von Big Data stellt Datengenerierung hingegen gleichzeitig eine Grundlage dar, denn sie ermöglicht mit den generierten Daten erst die „Technologien zur Verarbeitung und Auswertung riesiger Datenmengen“ (Duden).

 

3. Historischer Kontext

Die umwälzenden Veränderungen der Digitalisierung werden mithin als „digitale Revolution“ bezeichnet. Die digitale Revolution wird dabei als vierte industrielle Revolution in der Geschichte westeuropäischer Ökonomien eingeordnet. Auch die politisch-initiierte Bezeichnung „Industrie 4.0“ deutet diese Einordnung an (Digitale Agenda 2014-2017, Bundesregierung). „Industriell“ waren die vorherigen Revolutionen, weil ausgerechnet die tiefgreifenden Veränderungen der Produktionsweise die starken Transformationen in der gesamten Gesellschaft herbeiführten. Die Art, wie fortschrittlich die Gesellschaft wirtschaftet, bestimmt maßgeblich die Verfügbarkeit von (im)materiellen Ressourcen und damit den Lebensalltag eines jeden Individuums innerhalb der Gesellschaft.

Die erste industrielle Revolution transformierte die Agrargesellschaft in die kapitalistische Industriegesellschaft des 19. Jahrhunderts (in Deutschland v. a. zum Ende des Jahrhunderts). Die Dampfmaschine eröffnete als neue Antriebskraft – im Gegensatz zur Muskelkraft – enorme Fortschritte in der massenhaften Produktion von Gütern. Durch die neuen zahlreichen Arbeitsplätze in der industriellen Fertigung bildeten sich größere Siedlungen und für viele Menschen änderte sich im neuen Großstadtleben ihr Lebensstil komplett. Als zweite industrielle Revolution gilt die elektrotechnisch-chemische Revolution Anfang des 20. Jahrhunderts, deren große Errungenschaft die flächendeckende Elektrifizierung darstellte und eine Fließbandproduktion mit elektrischer Energie ermöglichte. Alle Lebensbereiche änderten sich durch Beleuchtung, Telefonie, Schreibmaschinen, Gas- und Wasserversorgung u. v. m. Darauffolgend haben im Zuge der dritten industriellen Revolution vermehrt Digitaltechnik und Robotik die Produktionsweise bestimmt. Entsprechend schwand in der industriellen Fertigung der Bedarf an menschlicher Arbeitskraft und die Transformation zur Dienstleistungsgesellschaft begann. Wirtschaft und Verwaltung setzten ab den 1970ern zunehmend Computer ein. Es entstanden völlig andere Arbeitsplätze, die das Lebensumfeld erneut stark veränderten. (vgl. Heuermann u. a., 2017, S. 9-11 und Busch, 2017, S. 23-26)

Im Zuge der digitalen Revolution verändert sich die Art des Wirtschaftens ebenfalls immens. Die intelligente Fabrik setzt auf Vernetzung von Industrierobotern. Die Plattformökonomie (z. B. Airbnb, Uber) untermauert die Wertschöpfungsketten völlig, da Nachfrage und Angebote durch digitale Technologien ohne Mittler zueinanderfinden. Künstliche Intelligenz droht ganze Berufsfelder zu ersetzen. Ob jedoch im Falle der digitalen Revolution tatsächlich die Produktionsweise alle gesellschaftlichen Umwälzungen initiiert, bleibt wohl im Hinblick auf die komplexe Interdependenz digitaler Entwicklungen eher unbeantwortet.

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Quelle: Weltwirtschaftsforum 2015, Langfassung (11 min).

 

4. Digitalisierung und Gesellschaft

Digitalisierung durchdringt alle gesellschaftlichen Bereiche. Die folgende Übersicht stellt anhand einiger Entwicklungen dar, wie genau sich wichtige gesellschaftliche Bereiche durch die Digitalisierung verändern.

E-Learning (Digitale Bildungsangebote)

  • Entkopplung von zeit-räumlichen Restriktionen
  • digitale Bildungsangebote vielfach kostenlos und für alle (keine Einschreibevoraussetzungen)
  • personalisierter Lernprozess
  • traditionelle Bildungseinrichtungen als deutliche Verlierer zumindest in puncto Flexibilität und Reichweite
  • Beispiele
    1.  Udacity ist eine kostenlose Online-Akademie mit > 1 Mio Nutzer/innen.
    2. Im Zuge ihrer Digitalen Strategie etabliert die Stadt Hamburg die kostenlose Lernplattform Hamburg Open Online University.

Virtuelle Museumsrundgänge

  • Kulturerlebnis entkoppelt von zeit-räumlichen Restriktionen
  • oftmals kostenlos (im Gegensatz zum Museumsbesuch)
  • Beispiele
    1. Online-Sammlungen der Düsseldorfer Museen d:kult
    2. Van Gogh Museum Amsterdam

 

Social Media

  • Gesamtheit der digitalen Technologien und Medien […] über die Nutzer/innen miteinander kommunizieren und Inhalte austauschen können (Duden)
  • Soziale Interaktion weniger über persönlichen Austausch, sondern zunehmend digital über das Internet (, soziale Netzwerke)
  • Beispiele:
    1. Nachrichtendienste: WhatsApp, Snapchat, Telegram
    2. Soziale Netzwerke: Twitter, Instagram, Facebook

 

Crowdfunding

  • Finanzierungsmodell, bei dem zahlreiche Personen [online] jeweils Kleinstbeträge investieren (Duden)
  • Organisation und Finanzierung zivilgesellschaftlichen Engagements, sozialer Projekte, Startups, politischer Initiativen deutlich erleichtert
  • Beispiele:
    1. Startnext
    2. Kickstarter

Sharing Economy

  • Mieten statt Kaufen: statt dauerhaftem Eigentum, Besitz auf Abruf
  • Markenbindung funktioniert nicht, da Nachfrager/innen vorrangig die Dienstleistung interessiert (nicht die Marke)
  • Wertschöpfungskette gekürzt, da Anbieter/innen ihre Nachfrager/innen direkt über digitale Plattformen finden
  • sinkender Konsum, da weniger Marktteilnehmer/innen das Produkt käuflich erwerben
  • Beispiele
    1. Das Berliner Startup Grover bietet neueste Technikgeräte für einen monatlichen Mietpreis an.
    2. Car2Go (Carsharing von Daimler) gemeinschaftliche Nutzung Automobile durch digital organisiertes Leihsystem
    3. Kostenlose Tauschbörse für gebrauchte Bücher: BookMooch

 

Dezentral organisierte Finanzdienstleistungen

  • Digitale Währung dezentral organisiert, d. h. Infragestellung der Institution Bank als zentrale Geldverwaltungsinstanz mit hoher Entscheidungsmacht
  • Kreditvergabe/-aufnahme zwischen Privaten digital organisiert
  • Beispiele
    1. Digitale Währung Bitcoin
    2. Plattform für digitale Vermittlung von Finanzdienstleistungen in Europa – Crosslend GmbH (Berlin)

 

E-Commerce

  • Vertrieb von Waren oder Dienstleistungen über das Internet (Duden)
  • (Innerstädtischer) stationärer Handel verliert an Attraktivität, da Konsumgüter direkt zu Kunden/innen gelangen
  • weitaus größere Produktauswahl
  • Folge: Handel muss sich neu aufstellen und das Einkaufserlebnis zum Event machen (z. B. mit Gastronomieangebot, Unterhaltung)
  • Beispiele
    1. Amazon
    2. Otto-Versand

 

Crowdsourcing

  • das Auslagern von bisher in einem Unternehmen selbst erbrachten Leistungen auf eine große Anzahl von Menschen über das Internet (Duden)
  • Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, Niedergang des Normalarbeitsverhältnisses à Trend zu massenhaften Kleinunternehmer/innen
  • Verstärkter Wettbewerb unter Arbeitnehmer/innen, da Auftraggeber/innen durch digitale Plattformen globalen Zugriff auf Humankapital haben
  • Beispiele
    1. Digitaler Marktplatz zur Vermittlung von Arbeit: Mechanical Turk (Amazon)
    2. Digitaler Marktplatz für webbasierte Dienstleistungen: Envato Studio

Unterhaltung auf Abruf

  • digitale Mediatheken
  • Klassische Fernsehprogramme, Filmtheater verlieren an Bedeutung, da Unterhaltung auf Abruf viel personalisierter und zeitlich flexiblere Unterhaltungsangebote ermöglicht
  • Massenmedien verlieren Monopolstellung der massenhaften Berichterstattung, ehemalige Medienkonsumenten können nun selbst mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln potenziell die ganze Welt erreichen (werden zu Medienproduzenten)
  • Absehbare Entwicklung: Zusammenschluss der Medienindustrie mit Gaming-Industrie „Gamification“
  • Beispiele: YouTube, Netflix, Amazon Prime, Maxdome (ProSiebenSat.1 Media)

 

Smart Health

  • Grundsätzliches Problem der Medizin: ärztliche Beratung häufig im Kontext von Informationsdefiziten über Patienten/innen und begrenztem medizinisches Wissen
  • Abhilfe: personalisierte und kontinuierliche Erfassung von Gesundheitsdaten sowie Erfassung des gesamten verfügbaren medizinischen Wissens und Bereitstellung relevanter Inhalte für ärztliche Beratung: weg von Diagnose hin zur Prognose (und Verhinderung) von Erkrankungen (vgl. Frick & Höchli, 2014, S. 25, 26)
  • Beispiel: Smart Watches messen kontinuierlich Blutdruck, Körpertemperatur und Bewegungsabläufe

 

Digitale Plattformen für medizinische Notfälle

 

E-Government

  • Durchführung von Prozessen, die zwischen staatlichen Institutionen oder zwischen staatlicher Institution und Bürger ablaufen, mithilfe der Informationstechnologie (Duden)
  • Mehr Transparenz für demokratische Willensbildungsprozesse
  • Beispiel: Im Zuge des Hamburger Transparenzgesetzes sind viele Dokumente der öffentlichen Verwaltung und Politik online und kostenlos abrufbar Transparenzportal Hamburg.

 

Filterblase

  • selektive Informationsauswahl auf Webseiten durch Berücksichtigung des Nutzerverhaltens, -standorts o. Ä. (Duden)
  • Vertreter politische Meinungsbilder polarisieren sich zunehmend durch eine selektive Informationsaufnahme, folglich führt ein Aufeinandertreffen in der Realität zu großen „Missverständnissen“
  • Beispiel: Newsfeeds auf Facebook, Twitter etc. zeigen nur die Meldungen der eigens ausgewählten Quellen (gelikte Seiten) an

Autonomes Fahren

 

Digitale Navigation

  • Smartphone Apps ermöglichen eine schnelle und aktuelle Fahrplanauskunft für ÖPNV
  • Umfangreiche Kartensysteme mit GPS Nutzung ergänzen und bereichern die Wahrnehmung der eigenen Umwelt mit Informationen (Wegbeschreibung, Position, Beschreibungen usw.)
  • Beispiele: DB Navigator (App), internetbasierte Kartendienste wie Google Maps

 

Quellen

Für die Quellenangaben im Fließtext gilt: vor dem Satzpunkt beziehen sie sich auf den Satzinhalt, nach dem Satzpunkt beziehen sie sich auf den Inhalt des gesamten Absatzes.

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