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Digitale Stadtplanung – Vortrag Dimitri Ravin

Die moderne Stadtplanung profitiert enorm vom technologischen Fortschritt. Ausgehend von der ersten Automatisierungswelle in den 1970er Jahren, die die administrative Arbeit mittels EDV-Systeme vereinfachte, ist es heutzutage üblich, während des Planungsprozesses ganze Stadtteile mit CAD-Software zu entwerfen. Insbesondere im Hinblick auf die gesamtgesellschaftliche Digitalisierung kristallisiert sich heraus, dass auch die Stadtplanung zunehmend technologische Instrumente einsetzen wird, um den Anforderungen der in städtischen Gebieten lebenden, und sich „digitalisierenden“ Gesellschaften gerecht zu werden.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die Digitalisierung im Kontext der Stadtplanung in deutschen Großstädten. Verstanden wird Digitalisierung in diesem Sinne als die vermehrte Anwendung digitaler Technologien wie neuer Visualisierungstools, Cloud Computing, Smart Devices, IoT u.a. Die folgende Aufzählung der Digitalisierung der deutschen Stadtplanung hebt jene Bereiche hervor, in denen digitale Technologien zunehmend in Stadtplanungsprozesse in deutschen Großstädten einbezogen werden.

Stadtplaner/innen schätzen ansprechende und wahrheitsgemäße Visualisierungen von urbaner Daten, da sie verstehen, wie oft unzureichende Kommunikation aufgrund unterschiedlicher beruflicher Hintergründe und Denkweisen zu Missverständnissen führt. Neue Technologien wie Augmented Reality und Virtual Reality sowie CityScopes könnten die Kommunikation zwischen den beteiligten Akteuren verbessern, die für die Stadtentwicklung relevant sind. So ermöglicht bspw. eine bessere Visualisierung von städtischen Räumen, Immobilienentwickler/innen und Unternehmer/innen, die nach neuen Baugrundstücken suchen, ihre Anforderungen zu konkretisieren und diese mit den verfügbaren Möglichkeiten im städtischen Kontext abzustimmen.

Darüber hinaus müssen sich Stadtplaner/innen an Smart-City-Konzepten orientieren, da viele deutsche Stadträte beschlossen haben, ihre weitere Stadtentwicklung durch Smart-City-Strategien zu bestimmen. Im Allgemeinen zielen diese Strategien darauf ab, eine intelligente Ressourcennutzung in städtischen Gebieten mithilfe intelligenter Systeme, beispielsweise intelligenter Netze, zu organisieren. Das angestrebte Ziel eines intelligenten Managements der Wasser-, Strom- und Gasversorgung sowie der Verkehrs- und Abfallströme erfordert eine ausgefeilte technische Infrastruktur in einer Stadt. Dementsprechend wird von Stadtplaner/innen erwartet, dass sie verstehen, wie die technische Infrastruktur der Städte von Umgebungsintelligenz profitieren kann, um Daseinsvorsroge effizienter bereitzustellen. Technologieunternehmen spielen mittlerweile eine wichtige Rolle in der Stadtentwicklung. Um angemessene Verhandlungen mit diesen Akteuren zu führen zu können, müssen sich Stadtplaner/innen zu neuen Themen wie Datensouveränität, Breitband-Mobilfunktechnologie, Datensicherheit usw. informieren.

Die allgegenwärtige Verbreitung intelligenter mobiler Geräte (Smart Devices) ermöglicht bessere Beteiligungsmöglichkeiten in der Stadtplanung. Mobile Anwendungen und Online-Umfragetools können bessere Einblicke in die öffentliche Meinung zu Stadtplanungsprojekten abbilden. Die Teilnahmebedingungen sind weniger kompliziert als bei herkömmlichen Methoden und können daher neben Fachleuten auch neue Zielgruppen wie junge Bürger/innen und Bürger/innen mit geringerem Einkommen einbeziehen.

Eine andere Form der Erleichterung der Planungsarbeit durch digitale Technologien, ist die Verarbeitung des Planungs- und Baurechts zu intelligenten digitalen Systemen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Flächennutzungs- und Bebauungsplänen, die nur visuelle Informationen „speichern“, ergänzen intelligente Pläne die visuellen Komponenten mit semantischen Informationen. Diese Systeme basieren auf einer cloudbasierten Infrastruktur und können als neue Tools für die Zusammenarbeit von Verwaltungsbehörden fungieren. So können Stadtplaner/innen bspw. für planungsrechtliche Entscheidungen leicht auf Informationen der Umweltbehörde zugreifen, da sie ein gemeinsames cloudbasiertes GIS-System verwenden.

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Dimitri Ravin
Dimitri Ravin
Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, verfasst derzeit seine Abschlussarbeit über kommunale Digitalstrategien, zuvor Werkstudent bei der Stadt Dortmund (Projektassistenz Digitale Woche Dortmund), seit 2017 Herausgeber von urban-digital.de

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