Start Mach Stadt Digital! Ältere als (Ko-)Produzenten von digitalen Quartiersnetzwerken

Ältere als (Ko-)Produzenten von digitalen Quartiersnetzwerken

Die demographische Überalterung ist eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen in den kommenden Jahren. Für die Gesellschaft von Morgen ist es unerlässlich, die Potenziale des Alters zu nutzen und den Menschen die Möglichkeit zu geben, bis ins hohe Alter aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ihre Umgebung selbst mitzugestalten.

Innerhalb des Projektes „QuartiersNETZ“ legen wir dabei den Fokus auf die direkte Wohnumgebung, das sogenannte (Wohn-)Quartier. Hier schaffen wir nachhaltig und partizipativ mit Bürgern, Dienstleistern und der Kommune als Akteuren aus dem Quartier neue digitale und reale Unterstützungsangebote.

Als zentrales Element wird hierzu eine Digitale Quartiersplattform entwickelt, welche die Beteiligten innerhalb des Quartiers miteinander vernetzt und (digitale) Dienstleistungsangebote bereitstellt. In vier ausgewählten Referenzquartieren der Stadt Gelsenkirchen wird im Projekt jeweils eine individuell an das entsprechende Quartier anpassbare Version der Plattform realisiert. Dabei besteht die Möglichkeit, die angebotenen Funktionsbausteine der vier Varianten systemübergreifend miteinander zu kombinieren. Dafür wird ein besonderes Augenmerk auf den Schutz persönlicher Daten sowie die dynamische Erweiterbarkeit des Systems gelegt. Das Fundament hierzu ist eine innovative Architektur, welche den verteilten Betrieb heterogener Quartiersplattformen und den sicheren Datenaustausch untereinander gewährleistet.

Abb. 1: Forum des Hans-Sachs-Hauses in Gelsenkirchen während der QuartiersNETZ-Jahreskonferenz im November 2017. Interessierte Akteure aus Bevölkerung, Wirtschaft und Forschung wurden hier über den aktuellen Stand nach einem Jahr QuartiersNETZ informiert. Charakteristisch für die eingesetzte Speed-Dating-Methode ist die Aufteilung in Kleinstgruppen, die von Station zu Station reisen und dort Informationen zum jeweiligen Projektbestandteil erhalten. (Abb. IDiAL)

Darüber hinaus möchten wir Technik nicht nur zur Vernetzung der Akteure untereinander nutzen, sondern diese auch als unterstützende Ressource im Alltag den Menschen näher bringen. Insbesondere Ältere zählen jedoch häufig zu den kritischen und anspruchsvollen Techniknutzern, obwohl sie von der möglichen Unterstützung enorm profitieren könnten.

Um diesem Dilemma entgegenzuwirken, werden innerhalb des Projektes Technologien aus dem Bereich Smart Home speziell für die Zielgruppe der Älteren, Immobilen und allgemein weniger Technikaffinen gemeinsam mit den Akteuren aus den Quartieren ausgewählt, angepasst und weiterentwickelt. In den vier Quartieren entstehen im nächsten Jahr hierzu Räume, in denen die Bürger neue Interaktionsmöglichkeiten wie Gesten- oder Sprachsteuerung mit alltäglicher Technik aus dem Haushalt ausprobieren können.

Die Nachhaltigkeit der technischen Innovationen soll dabei durch ein maßgeschneidertes Geschäftsmodell und die Qualifizierung engagierter Bürger zu Technikbegleitern sichergestellt werden. So wird multiplikativ den interessierten Menschen im Quartier der Umgang mit neuen Technologien so einfach wie möglich gemacht. Gleichzeitig wird durch die gemeinsame Realisierung mit den Akteuren im Quartier eine Technikentwicklung erreicht, die sicherstellt, dass sich die zu entwickelnden Lösungen an die Wünsche und Bedürfnisse der Bürger anpassen. Innerhalb des Projektes wird zudem der Transfer auch auf andere Regionen direkt mitgedacht.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunkts „Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen“ (GeDiReMo) gefördert. Unter Federführung der Fachhochschule Dortmund will QuartiersNETZ gemeinsam mit den Projektpartnern Caritas Gelsenkirchen e. V., FoGera e. V., Generationennetz Gelsenkirchen e. V., Pallas GmbH, Quinscape GmbH und der Universität Vechta den Strukturwandel des Ruhrgebiets vorantreiben.

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