Start Digitale Immobilienwirtschaft Flächenverbrauch reduzieren – Main-Kinzig-Kreis erfasst seine Entwicklungspotenziale digital

Flächenverbrauch reduzieren – Main-Kinzig-Kreis erfasst seine Entwicklungspotenziale digital

Gelnhausen im Juni 2019 – Der Main-Kinzig-Kreis steht bei Unternehmensansiedlungen vor großen Herausforderungen, denn im Kreis werden die Gewerbeflächen knapp. Allerdings gibt es kreisweit in jeder Kommune Entwicklungspotenziale wie Brachflächen, Leerstände und unbebaute Grundstücke die besser genutzt werden können. Diese Innenentwicklungspotenziale werden nun in einem Projekt unter Federführung der Kreiswirtschaftsförderung digital erhoben.

Um nicht immer neue Gewerbegebiete auszuweisen, sondern die vorhandenen innerörtlichen Entwicklungspotenziale im Sinne eines nachhaltigen Flächenmanagements zu nutzen, geht der Main-Kinzig-Kreis mit Wirtschaftsdezernent Winfried Ottmann neue Wege. In einem digitalen Modellprojekt mit Leuchtturm-Charakter für das Land Hessen sollen mit der Innenentwicklungssoftware „aREAL“ des Hanauer Unternehmens immovativ GmbH die vorhandenen Gewerbeflächen-Potenziale mobil erfasst, digitalisiert und aktiviert werden.

In einem ersten Schritt werden die noch verfügbaren Gewerbeflächen in den Gewerbegebieten im Kreis digitalisiert und im kommunalen Immobilienportal (KIP) der jeweiligen Kommune und des Landkreises als interaktiver Grundstücksplan dargestellt. Diese Onlinepräsentation ermöglicht es Unternehmen und Investoren jederzeit, einen umfassenden Überblick über verfügbare Flächen für neue Standorte in einer Kartendarstellung zu erhalten.

In einem zweiten Schritt überführen die Experten der immovativ GmbH bereits bestehende Erhebungen über innerörtliche Entwicklungspotenziale kreisweit in ein einheitliches Datenformat und stellen diese den jeweiligen Wirtschaftsförderern in einer Datenbank zur Verfügung. Mit einer mobilen iPad-Applikation können die Daten von den Kommunen dann schnell und einfach aktualisiert und weitere Brachflächen, Gewerbeimmobilien und Leerstände erfasst werden.

Die Entwicklungspotenziale werden von der App direkt in die Datenbank übertragen und können dann in einer Kartenansicht visualisiert werden. Damit erhalten alle Kommunen im Main-Kinzig-Kreis eine tagesaktuelle Übersicht der innerörtlichen Flächenreserven, ein digitales Baulücken- und Leerstandskataster und eine rechtliche Absicherung nach Baugesetzbuch. Um den Flächenverbrauch zu reduzieren, fordert der Gesetzgeber dort eine Entwicklung „Innen vor Außen“. Auf Basis der erhobenen Daten und der aREAL-Software können dann, gemeinsam mit den Eigentümern Nutzungskonzepte entwickelt oder die Immobilien vermarktet werden.

Mit dem Einsatz der Software soll im Main-Kinzig-Kreis der Flächenverbrauch nachhaltig reduziert werden, um so einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten.

„Losgelöst von der Frage des Klimaschutzes und der Innenentwicklung begrüße ich als Wirtschaftsdezernent das Projekt, denn damit werden Flächenpotenziale für Gewerbetreibende transparent. Perspektivisch können so Arbeitsplätze geschaffen und damit Standortsicherung für den gesamten Main-Kinzig-Kreis betrieben werden“, so Wirtschaftsdezernent Winfried Ottmann. „Wünschenswert im Zuge der Umsetzung des Projektes wäre, wenn die kreisangehörigen Kommunen auf diesem Wege auch ihr Kirchturmdenken aufgeben und dort, wo es sich anbietet, gemeinsam Gewerbeflächen entwickeln, denn als Main-Kinzig-Kreis werden wir in der Rhein-Main-Region nur gemeinsam wahrgenommen und können auch nur gemeinsam stark sein.“

An einer Einführung und Schulung haben bereits Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einiger Kommunen im Kreis teilgenommen. Sie stammen aus Bad Orb, Bad Soden-Salmünster, Bruchköbel, Hanau, Maintal, Neuberg und Schlüchtern.

Bildunterschrift: Wollen die innerörtlichen Entwicklungspotenziale heben (von links): Susanne Reinert (immovativ), Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann, Walter Dreßbach (Leiter des Referats für Wirtschaft, Arbeit und digitale Infrastruktur) und Stefan Müller-Schleipen (immovativ).

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Dimitri Ravin befasst sich seit dem Jahr 2017 als Intiator von urban-digital.de mit dem Einfluss der Digitalisierung auf Städte. Neben seinem Studium der Stadtplanung, ist er mit Beratungs- und Vortragstätigkeiten i. Z. m. Smart City Projekten und Strategien tätig. Zuletzt untersuchte er am Institut für den öffentlichen Sektor (KPMG) die Smart City-Strategien deutscher Großstädte und war davor als Projektassistenz für digitale Projekte bei der Stadt Dortmund angestellt. Kontakt: info [at] urban-digital [.] de

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