Mittwoch, 21. Februar 2024

Citizen Science als innovative Beteiligungsform für die Smart City – Einladung zum Online-Austausch am 05. März 2024

Von der Luftqualitätsmessung auf dem eigenen Balkon bis hin zur Datenspende über das eigene Mobilitätsverhalten per Smartphone-App – Citizen Science bietet Bürger:innen innovative Möglichkeiten, aktiv an der Gestaltung ihrer Städte teilzuhaben.

StartDigitale StadtverwaltungDigitale BeteiligungNeu in Hamburg: Bürgerbeteiligung auf einen Blick

Neu in Hamburg:
Bürgerbeteiligung auf einen Blick

In Hamburg können sich Bürgerinnen und Bürger jetzt erstmals mit einem Klick umfassend über alle digitalen Bürgerbeteiligungsverfahren informieren: der DIPAS navigator ist online.
Abbildung 1: Verfahren im DIPAS navigator finden (c) BSW Stadtwerkstatt / Blum Design

Bürgerbeteiligung ist in Hamburg dezentral organisiert und liegt in der Verantwortung der Bezirke. Somit sind nicht nur die Formate und Methoden von Verfahren vielfältig, sondern auch ihre Themen und Absender.

Bis Ende 2022 wurden in Hamburg fast 100 Verfahren von Landesbehörden, Hamburger Bezirksämtern, Projektentwicklern und städtischen Unternehmen mit dem Digitalen Partizipationssystem (DIPAS) als Ergänzung zu analogen Formaten durchgeführt. Mit DIPAS können Bürgerinnen und Bürger von zu Hause aus, mobil oder auf Veranstaltungen digitale Karten, Luftbilder, Pläne, 3D Modelle, städtebauliche Entwürfe und Geodaten abrufen, ein genau lokalisiertes Feedback zu Planungsvorhaben der Stadt geben und online in den Dialog treten.

Bislang gab es noch keine Möglichkeit, sich zentral darüber zu informieren, wo und zu welchen Themen diese digitalen Beteiligungsangebote bestehen. Die einzelnen DIPAS-Bürgerbeteiligungsverfahren wurden bisher je nach Projekt und Absender auf individuelle Art und meist lokal beworben bzw. öffentlichkeitswirksam eingebunden.

Dem vielfach vorgebrachten Wunsch von Bürgerinnen, Bürgern und anderen Stakeholdern, sich zentral über das gesamte digitale Beteiligungsgeschehen der Stadt informieren zu können, wird jetzt mit dem DIPAS navigator nachgekommen. Informationen zu Verfahren sind jetzt erstmals über eine benutzerfreundliche und unter Aspekten der Barrierefreiheit entwickelten Webanwendung verfügbar.

Abbildung 2: die fünf DIPAS Elemente © Stadtwerkstatt BSW

Vor Beginn der technischen Entwicklung des DIPAS navigators wurde eine komplexe Anforderungserhebung mit unterschiedlichen Stakeholdergruppen (Bürger*innen, fachliche Leitstelle für Bürgerbeteiligung in Hamburg (Stadtwerkstatt), Anwender*innen, Technische Entwickler*innen) durchgeführt. Diese Anforderungserhebung inklusive der Designentwicklung unter Aspekten der Barrierefreiheit wurde im Rahmen des Projektes „Connected Urban Twins“ (CUT) umgesetzt. Die gesammelten Informationen wurden in einem Design vom norddeutschen IT-Dienstleister Dataport zusammengeführt und dienten als Grundlage für die technische Entwicklung, die vom Hamburger Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung zusammen mit der Stadtwerkstatt der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen umgesetzt wurde.

Ziel war eine automatisierte Datenintegration der Einzelverfahren in einer Übersichtsseite, die Daten, Inhalte und Kennzahlen zu DIPAS-Verfahren liefert, ohne dass eine händische Redaktion der Inhalte nötig ist. Die Verfahrensdaten sind in einem übergreifenden Modul als Datenbank-System organisiert. Der DIPAS navigator wird über eine REST-API Schnittstelle (nach Participatory Data Specification – PDS) automatisch mit den Verfahrensdaten der einzelnen Verfahren gespeist, so dass die Informationen über das Beteiligungsgeschehen mit DIPAS in Hamburg immer aktuell angezeigt werden.

So macht der DIPAS navigator sichtbar, wo Beteiligungsverfahren mit DIPAS aktuell zum Mitmachen freigeschaltet sind oder in der Vergangenheit stattgefunden haben, von wem diese Verfahren durchgeführt wurden, wann die nächsten (auch analogen) Termine und Veranstaltungen anstehen, welche übergreifenden Themen die Beteiligungen schwerpunktmäßig behandeln und wie die Resonanz war.

Der DIPAS navigator schafft damit Orientierung und bietet einen einfachen Überblick über digitale Beteiligung in Hamburg. Er ist Ausgangspunkt und Einstiegsstelle für alle Interessierten. Er macht Bürgerbeteiligung transparent und lädt zum Mitmachen ein.

Abbildung 3: DIPAS navigator (c) Stadtwerkstatt Hamburg/Blum Design

Hintergrund zu DIPAS

DIPAS verbindet das Hamburger Online-Beteiligungstool mit digitalen Planungstischen für den Einsatz in Bürgerveranstaltungen zu einem integrierten und medienbruchfreien digitalen System zur Bürgerbeteiligung.

DIPAS wurde von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (Stadtwerkstatt) zusammen mit dem Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV) und dem City Science Lab der HafenCity Universität (HCU) entwickelt. Die Software ist Open Source und wurde als „Public Code“ im Februar 2021 unter www.dipas.org und auf BitBucket für andere Städte, Institutionen und Forschungseinrichtungen zur Nachnutzung und Weiterentwicklung bereitgestellt. Die Städte Bremen, Leipzig und München nutzen DIPAS bereits ebenfalls.

DIPAS Online-Tool

Um allen städtischen Planungsträgern einfach einzusetzendes und auf ihre Bedarfe abgestimmtes Werkzeug zur Online-Beteiligung an die Hand zu geben, entwickelten der LGV und die Hamburger Stadtwerkstatt ein eigenes digitales Beteiligungstool, das bereits seit 2016 eingesetzt wird. Es beruht auf Open-Source-Software und orientiert sich in seiner Struktur und Funktionalität an der Referenzarchitektur für Online-Partizipation des nationalen IT-Planungsrats. Die Online-Beteiligung ist in der Regel ein Baustein in komplexen mehrstufigen Beteiligungsverfahren, in denen Präsenzformate und Online-Elemente crossmedial miteinander verknüpft sind. 

DIPAS Touchtables

© Angela Pfeiffer

Durch den Einsatz digitaler Datentische sind alle öffentlich zugänglichen städtischen Karten, Pläne, Geodaten und das digitale Stadtmodell auch vor Ort bei Bürgerveranstaltungen nutzbar. Online übermittelte Beiträge und Beiträge, die live in Veranstaltungen entstehen, erfasst eine Datenbank parallel und synchron. In DIPAS lässt sich zwischen 2D-Darstellung und 3D-Stadtmodell hin- und herschalten. Auch digitale 3D-Entwürfe können Nutzerinnen und Nutzer in dem Bestandsmodell einblenden –

und beispielsweise den Schattenwurf vorhandener ebenso wie geplanter Gebäude simulieren. Die Aufbereitung komplexer Materie, zum Beispiel digitaler Bebauungspläne, in einer nutzerfreundlichen Darstellung fördert den Austausch auf Augenhöhe zwischen Laien und Fachleuten.

Weitere Informationen

zu DIPAS, dem Projekt „Connected Urban Twins“ und der Stadtwerkstatt finden Sie unter:

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Dieses Portal informiert über Themen, Akteure, Projekte und Strategien rundum die digitale Stadt. Unsere Vision ist es, die Triebkraft der Digitalisierung in die Bahnen einer erstrebenswerten Stadtentwicklung zu lenken.

Dazu forcieren wir den inhaltlichen Austausch über die digitale Stadt zwischen Akteuren aus Forschung, Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung und Zivilgesellschaft.

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