Mobilität und Parken neu denken: Doppelinterview mit Dr. Michael Pielen und Christoph Reitenberger

Aachen und Dormagen sind zwei Kommunen im Rheinland, die sich aktiv mit der Digitalisierung von Mobilität und Parkraum beschäftigen. Beide haben in den letzten Jahren konkrete Projekte umgesetzt und bringen ihre Erfahrungen am 8. Mai in ein offenes interkommunales Austauschformat ein.

💡Mobilität & Parken im Wandel:
Digitale Lösungen und Innovationen aus der Praxis

📍 Aachen
🕐 8. Mai um 11:00 bis 14:00 Uhr
👥 Offen
ℹ️ Stadt Aachen, SWD Dormagen
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Aachen hat ein Mobilitätsdashboard mit Echtzeitdaten zu Parkhäusern, ÖPNV und Ladesäulen aufgebaut und eine digitale Parkkarte entwickelt. Dormagen setzt im Rahmen seiner Smart-City-Strategie auf IoT-basiertes Parkraummanagement mit Sensoren und Parkdashboard. Beide Ansätze zeigen, wie Kommunen mit überschaubarem Aufwand datenbasierte Lösungen in den Alltag bringen.

Am Freitag, 8. Mai, von 11:00 bis 14:00 Uhr laden beide Städte zum interkommunalen Austausch nach Aachen ein. Neben Einblicken in aktuelle Projekte gibt es Raum für Diskussionen, Erfahrungsberichte und eigene Fragestellungen. Wir haben vorab mit Dr. Michael Pielen, zuständig für Digitalisierung der Verkehrssysteme bei der Stadt Aachen, und Christoph Reitenberger, Smart-City-Manager bei der SWD Dormagen, gesprochen.

1. An Dr. Michael Pielen

1. Aachen hat ein Mobilitätsdashboard mit Echtzeitdaten zu Parkhäusern, ÖPNV und Ladesäulen aufgebaut. Was war der entscheidende Schritt, um aus vielen Datenpunkten einen echten Mehrwert für Bürger:innen zu machen?

Der entscheidende Schritt war, die vorhandenen Daten nicht nur zu sammeln, sondern sie nutzerzentriert aufzubereiten und bedarfsgerecht zu visualisieren. Erst durch die Kombination von Echtzeitinformationen und klaren Handlungsempfehlungen – etwa alternative Parkmöglichkeiten oder ÖPNV-Optionen – entsteht ein echter Mehrwert. Wichtig war auch, die Daten zuverlässig und aktuell bereitzustellen, damit Bürger*innen Vertrauen in die Anwendung entwickeln. So wird aus einer Datensammlung ein praktisches Entscheidungswerkzeug für den Alltag.

2. Parkraummanagement ist nur ein Teil des Mobilitätsbildes. Wie hängen Parkdaten mit anderen Mobilitätsdaten wie ÖPNV, Radverkehr oder E-Mobilität in Aachen zusammen?

Parkdaten sind ein zentraler Baustein, weil sie direkt mit Verkehrsströmen und der Auslastung anderer Mobilitätsangebote zusammenhängen. Wenn Parkhäuser ausgelastet sind, können wir gezielt auf freie Kapazitäten im ÖPNV oder auf alternative Verkehrsmittel wie Fahrrad oder Sharing-Angebote hinweisen. Gleichzeitig liefern Daten zu Ladesäulen wichtige Hinweise für die Planung der E-Mobilität und deren Integration ins Gesamtsystem. Ziel ist es, alle Verkehrsträger intelligent zu vernetzen, sodass Bürger*innen nahtlos zwischen ihnen wechseln können.

2. An Christoph Reitenberger, Smart-City-Manager, SWD Dormagen

5. Dormagen ist eine Industriestadt im Wandel. Welche besonderen Herausforderungen entstehen dadurch für die kommunale Mobilität?

Dormagen steht vor der Herausforderung, hohe Pendlerströme und einen starken Anteil an motorisiertem Individualverkehr mit den Bedürfnissen eines großen Industriestandorts und der Anbindung an die Metropolregionen Köln/Düsseldorf zu verbinden. Gleichzeitig verfügt Dormagen sowohl über ein gutes Radwegenetz als auch umfassende ÖPNV-Angebote und bietet über den vorhandenen Bahnhof sowie den S-Bahn-Haltepunkte am CHEMPARK gute Ansatzpunkte für eine Verlagerung des MIV und multimodale Angebote. Diese Mobilitätsangebote müssen ausgebaut, noch besser miteinander verzahnt und den Nutzenden niederschwellig zugänglich gemacht werden, um die Mobilitätswende erfolgreich zu gestalten.

3. An beide

6. Im Rahmen welchen Projekts oder welcher Initiative findet dieser interkommunale Austausch statt und was war der Anstoß, Aachen und Dormagen dabei zusammenzubringen?

Michael: Der interkommunale Austausch findet im Kontext des mFUND-geförderten Projekts „KOMPAKT” statt, das sich mit einem datenbasierten und dynamischen Parkraummanagement beschäftigt. Ziel ist es, auf Basis vernetzter Daten neue Steuerungsansätze für den urbanen Raum zu entwickeln und unterschiedliche Akteure zusammenzubringen. Gleichzeitig lebt das Projekt stark vom Austausch zwischen Kommunen, da der mFUND gezielt Vernetzung und Wissenstransfer fördert. Christoph und ich haben uns konkret bei der Smart Country Convention kennengelernt und tauschen uns seitdem regelmäßig zu Erfahrungen und Lösungen aus.

7. Mobilität berührt viele Fachbereiche gleichzeitig: Stadtplanung, Klimaschutz, Wirtschaft, Soziales. Wie gelingt es, diese Querschnittsaufgabe in der Verwaltung wirklich koordiniert anzugehen?

Christoph: Eine erfolgreiche, übergreifende Koordination gelingt am besten durch eine zentrale Gesamtkoordination mit klarer Auftragserteilung, die über ausreichende Kapazitäten sowie das entsprechende Mandat verfügt. In Dormagen wurden im Rahmen des mFUND-Projekts CityPlanner Ressourcen für Maßnahmen gewonnen, die auf die Ziele der Fachbereiche Mobilität und Stadtplanung einzahlen. Erfolgreich wurde das Vorhaben durch Projektverantwortliche, die aufgrund ihrer Kompetenzen sehr gut auf der Schnittstelle von Fach und Smart City agieren und die interdisziplinäre Zusammenarbeit moderieren können, um die gemeinsame Ziele zu erreichen.

8. Die Workation im Rheinland bringt Anfang Mai Kommunen und digitale Akteure zusammen. Welche Impulse erhoffen Sie sich von solchen regionalen Austauschformaten?

Michael: Bei der Veranstaltung der Workation im Rheinland steht vor allem der Vernetzungsimpuls im Fokus. Der direkte Austausch mit anderen Kommunen und digitalen Akteuren ermöglicht es, Erfahrungen, Lessons Learned und Best-Practice-Beispiele offen zu teilen. Gerade solche informellen Gespräche liefern oft konkrete Ansätze, die sich schnell in die eigene Praxis übertragen lassen. Diese Formate beschleunigen damit Innovation, weil man nicht jedes Problem neu lösen muss, sondern voneinander lernt.

Christoph: In erster Linie geht es darum, wie bereits von Michael erwähnt, über die Austauschformate Netzwerke zu schaffen oder auszubauen, in denen Kommunen, Unternehmen und Forschungspartner voneinander lernen und bewährte Lösungen adaptieren können. Bestenfalls können wir im Rahmen der Workation konkrete Kooperationen initiieren, um z. B. gemeinsame Projekte oder Förderanträge auf den Weg zu bringen sowie die Übertragung bestehender und bewährter Lösungen in die eigene Kommune zu beschleunigen. Außerdem liefern die Treffen praxisnahe Impulse, die über einzelne Projekte hinaus Wirkung für die Region entfalten.

4. Anmeldung zur Veranstaltung am 8. Mai in Aachen

Veranstaltungen im Rahmen der Workation im Rheinland

Arbeiten, Netzwerken und Wissensaustausch rund um digitale Städte & Regionen. Anfang Mai finden im Zeitraum vom 4. bis 8. Mai zahlreiche Veranstaltungen rund um urbane Daten, digitale Zwillinge und künstliche Intelligenz statt. Einen Überblick über alle Termine finden Sie im folgenden Wochenplan. 👇

Montag, 4. MaiDienstag, 5. MaiMittwoch, 6. MaiDonnerstag, 7. MaiFreitag, 8. Mai
💡 Smart City Roundtable
📍 Düsseldorf
🕐 10:00 bis 14:00
👥 Kommunale
ℹ️ Haselhorst Associates
👉 Anmeldung
💡 Vorbereitet für die Zukunft - Digitale Zwillinge für ein souveränes Krisenmanagement
📍 Bonn
🕐 10:00 bis 12:00 (+ Networking Lunch)
👥 Vertreter:innen aus Kommunen, Kreisen und der Landespolitik (v.a. EntscheiderInnen)
ℹ️ Esri Deutschland
👉 Anmeldung
💡 XPlanung – digitale Bauleitplanung für die Zukunft neuer, innovativer Prozesse: Integration in den Digitalen Zwilling „Stadtplanung“
📍 online
🕐 13:00 bis 14:00 Uhr
👥 Vertreter:innen aus Kommunen, Kreisen und der Landespolitik
ℹ️ IP SYSCON
👉 Anmeldung
💡 EK Suite – der Digitale Zwilling zur kommunalen Energie- und Klimaplanung und Energie- und Klimaatlas NRW: Nutzung für die Stadtplanung
📍 online
🕐 11:00 bis 12:00 Uhr
👥 Vertreter:innen aus Kommunen, Kreisen und der Landespolitik, Energieversorger, Planung- und Ingenieurbüros
ℹ️ IP SYSCON
👉 Anmeldung
💡 Planung beschleunigen im Digitalen Zwilling – Von der Idee zum Städtebaulichen Konzept
📍 online
🕐 11:00 bis 11:45 Uhr
👥 Offen
ℹ️ urbanistic, BauData Gruppe
👉 Anmeldung
💡 UrbanID- Einordnung Lebenszyklusbasierter Emissionen in Quartieren
📍 Köln
🕐 13:30 Uhr
👥 Kommunale
ℹ️ urbanistic, ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS
👉 Anmeldung
💡 Content-Tour in Troisdorf
📍 Troisdorf
🕐 14:00 bis 18:00 Uhr
👥 Offen
ℹ️ Urban Digital, Stadt Troisdorf
👉 Anmeldung
💡 Digital Briefing für kommunale Entscheider
📍 Köln, Hybrid
🕐 13:00 bis 17:00 Uhr
👥 Programm-Teilnehmer
ℹ️ TÜV Rheinland Consulting, Urban Digital
👉 Anmeldung
💡 Mobilität & Parken im Wandel: Digitale Lösungen und Innovationen aus der Praxis
📍 Aachen
🕐 11:00 bis 14:00 Uhr
👥 Offen
ℹ️ Stadt Aachen, SWD Dormagen
👉 Anmeldung
💡 Workshop KI-Bots in Consul
📍 Online
🕐 16:00 bis 17:00
👥 Kommunale
ℹ️ demokratie.today, Stadt Siegburg
👉 Anmeldung
💡 Smart City MeetUp Köln
📍 Köln
🕐 ab 18:00 Uhr
👥 Offen
ℹ️ Dr. Martin Gimnich
👉 Anmeldung

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