CIVI/CON im Gespräch: 4 Fragen – 4 Antworten mit Anna-Lena Meiners

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Wie kann digitale Transformation in der kommunalen Praxis wirklich gelingen? Anna-Lena Meiners ist stellvertretende Geschäftsleiterin von Civitas Connect e. V., mit einem Hintergrund in Stadt- und Regionalentwicklung sowie Führungserfahrung in der Kommunalverwaltung verbindet sie strategisches Denken mit Verwaltungspraxis.

Im Verein fokussiert sie sich auf rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen für zukunftsfähige digitale Daseinsvorsorge sowie die Pflege des Partnernetzwerks.

Im Vorfeld des CIVI/CON-Kongresses haben wir mit ihr über kommunale Transformationsprozesse, Digitalisierung und die Rolle des Netzwerks gesprochen.

Der Jahreskongress von Civitas Connect findet am 2. September 2026 in Wuppertal statt. Hier geht es zur Anmeldung.

Welche größten Bedarfe nehmen Sie aktuell aus dem Netzwerk Civitas Connect wahr?

Anna-Lena Meiners: Viele Diskussionen kreisen noch um einzelne Anwendungen. Aus unserer Sicht liegt der eigentliche Handlungsbedarf aber eine Ebene darunter – bei den digitalen Basisinfrastrukturen. Solange Daten für jedes Projekt neu integriert, Schnittstellen individuell entwickelt und Plattformen isoliert aufgebaut werden, entstehen immer wieder dieselben Kosten und Abhängigkeiten. Gefragt sind deshalb offene, interoperable Infrastrukturen, die dauerhaft nachgenutzt und gemeinsam weiterentwickelt werden können.

Wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsbedarf bei rechtlichen oder organisatorischen Fragen?

Anna-Lena Meiners: Wir sprechen häufig über Open Source, aber deutlich zu selten über Governance. Offene Software allein schafft noch keine nachhaltige Infrastruktur. Es braucht klare Verantwortlichkeiten für Betrieb, Weiterentwicklung und Finanzierung. Digitale Basisinfrastrukturen sind keine Projekte mit Enddatum, sondern dauerhafte öffentliche Aufgaben. Dafür brauchen wir Organisationsmodelle, die Entwicklung, Betrieb und Steuerung langfristig absichern.

Was müssen wir bei der Umsetzung der Digitalisierung in Kommunen beachten?

Anna-Lena Meiners: Wir müssen aufhören, Digitalisierung als Aneinanderreihung einzelner Projekte zu verstehen. Solange jede Organisation ihre Datenplattform, ihre Schnittstellen oder ihre Integrationen neu entwickelt, verschwenden wir Ressourcen. Digitalisierung wird erst dann wirtschaftlich, wenn gemeinsame Infrastrukturen entstehen, auf denen unterschiedliche Anwendungen aufbauen können. Genau deshalb sprechen wir heute so intensiv über Interoperabilität und Nachnutzung.

An welche Zielgruppen richtet sich die CIVI/CON?

Anna-Lena Meiners: Die CIVI/CON richtet sich an alle, die digitale Daseinsvorsorge gestalten – unabhängig davon, auf welcher staatlichen Ebene oder in welcher Organisation sie arbeiten. Kommunen, Länder, Bundesbehörden, öffentliche Unternehmen, Verbände, Wissenschaft und Wirtschaft stehen heute vor denselben infrastrukturellen Fragen. Digitalisierung gelingt nur, wenn diese Akteure nicht nebeneinander, sondern gemeinsam an offenen und interoperablen Lösungen arbeiten.