Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) mit Sitz in Köln ist das Effizienz-Netzwerk für Stadtwerke und seit 1989 erster Ansprechpartner für kommunale Energieversorger. Hervorgegangen aus dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU), konzentriert sich die ASEW bewusst auf die Praxisebene: Politische Themen verantwortet der VKU, die ASEW bringt das Wissen direkt in die Anwendung. Rund 400 Stadtwerke sind heute Mitglied und tragen gemeinsam zur Schwarmintelligenz des Netzwerks bei. Ein wachsendes Schwerpunktthema ist LoRaWAN und IoT.
Ein wachsendes Schwerpunktthema ist LoRaWAN und IoT. Lucas Wiermann begleitet als Senior-Projektmanager Stadtwerke beim Aufbau von Low-Power-Netzen und bei der Frage, was sich daraus machen lässt: von der Netzanmeldung über das Sicherheitskonzept bis zu konkreten Anwendungsfällen für Kommunen.
Ein regionaler Schwerpunkt der ASEW-Mitglieder liegt im Rheinland; hier gelten sie als besonders innovativ. Wir haben Lucas Wiermann gefragt, wie Stadtwerke zu Treibern der digitalen Stadtentwicklung werden.
Welche IoT-Technologien spielen in eurem Netzwerk aktuell die größte Rolle?
Im Stadtwerkenetzwerk ASEW hat sich insbesondere LoRaWAN als tragende IoT-Basistechnologie etabliert. Gleichzeitig zeichnen sich Stadtwerke durch eine hohe Innovationsbereitschaft aus und prüfen fortlaufend neue technologische Ansätze. Bereits heute werden Strategien verfolgt, bei denen mehrere Technologien parallel eingesetzt werden, etwa LoRaWAN, mioty, NB-IoT oder wM-Bus. So bleiben unsere Mitglieder konsequent technologieoffen und können für jedes konkrete Problem die jeweils sinnvollste und wirtschaftlichste Lösung auswählen.
Was ist der häufigste Auslöser dafür, dass ein Stadtwerk anfängt, sich mit dem Internet of Things zu beschäftigen?
Meist ist es ein konkreter praktischer Bedarf, der den Einstieg ins Thema IoT auslöst. Häufig kommen diese Impulse aus der Kommune oder aus dem eigenen Netz- oder Betriebsumfeld. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein, dass Digitalisierung ein langfristiger Prozess ist, dem man sich frühzeitig strukturiert nähern sollte. Der Austausch im Netzwerk spielt dabei eine wichtige Rolle.
Lucas Wiermann treibt als Senior Projektmanager für Netz & Digitalisierung im Stadtwerkenetzwerk ASEW die digitale Weiterentwicklung im Energieumfeld voran. Seine Schwerpunkte liegen auf dem strategischen Ausbau von LoRaWAN-, IoT- und Smart-City-Themen sowie auf der Weiterentwicklung der Digitalisierung im Stromnetz.
Als Leiter des Arbeitskreises LoRaWAN & IoT gestaltet er relevante Zukunftsthemen aktiv mit und unterstützt Mitglieder der ASEW dabei, digitale Potenziale in konkrete, praxisnahe Anwendungen zu überführen. Dabei verbindet er strategisches Denken mit hoher Praxisnähe und befähigt Stadtwerke, die notwendigen Voraussetzungen für vernetzte, effiziente und zukunftsfähige Infrastrukturen gezielt aufzubauen.
Welche Rolle nehmen Stadtwerke für die kommunale IoT-Infrastruktur ein?
Stadtwerke sind ein zentrales Bindeglied zwischen Kommune, Technik und Wirtschaft. Sie verfügen über lokale Nähe, Vertrauen und Erfahrung im Betrieb kritischer Infrastrukturen. Dabei liegt der Fokus klar auf nachhaltigen Umsetzungen, regionalem Mehrwert und einem wirtschaftlich tragfähigen Betrieb. Diese Kombination macht Stadtwerke als Teil der kommunalen Infrastruktur unverzichtbar für den Aufbau und Betrieb von IoT-Lösungen.
Welche Restriktionen begegnen Stadtwerken beim Aufbau eines IoT-Netzes – und wie geht ihr damit in der Beratung um?
Häufig stoßen Stadtwerke auf Unsicherheiten bei Investitionsentscheidungen, Zuständigkeiten und langfristigen Geschäftsmodellen. Auch regulatorische und organisatorische Fragestellungen spielen eine Rolle. Als ASEW setzen wir daher auf Transparenz, Erfahrungsaustausch und realistische Einschätzungen aus unserem Stadtwerkenetzwerk. Ziel ist es, Schritt für Schritt tragfähige Strukturen aufzubauen.
Die ASEW-Mitglieder haben einen regionalen Schwerpunkt im Rheinland. Wodurch kennzeichnen sich die rheinländischen Stadtwerke aus deiner Sicht?
Rheinländische Stadtwerke zeichnen sich durch eine hohe Praxisorientierung und Offenheit für neue Themen aus. Unsere Verwurzelung in Köln und unsere rheinische, offene Gesprächskultur erleichtert den Austausch auf Augenhöhe deutlich. Innovation wird dadurch weniger theoretisch diskutiert, sondern häufiger gemeinsam gedacht und konkret ausprobiert. Gerade diese Offenheit und der intensive regionale Austausch tragen spürbar dazu bei, dass Lernprozesse beschleunigt und Fortschritte effizienter erreicht werden.


