Start Digitale Stadt Smart-City-Ranking „Digitales Deutschland“ 2019

Smart-City-Ranking „Digitales Deutschland“ 2019

Großer Nachholbedarf bei der Entwicklung von Smart Cities

Die Starnberger Unternehmensberatung Haselhorst Associates hat nach 2018 auch in diesem Jahr die 400 größten deutschen Städte und Kommunen mit über 30.000 Einwohner hinsichtlich ihres Status in Sachen Smart City untersucht. Besonders gut entwickelt worden sind die populären und öffentlichkeitswirksamen Sektoren Smart Mobility und Smart Energy & Environment. Das Ranking „Digitales Deutschland“ 2019 zeigt allerdings deutlich, dass bei der Entwicklung individueller Smart-City-Strategien und der digitalen Infrastruktur (Glasfasernetze) weiterhin ein großer Nachholbedarf besteht. Zudem wird sich ohne umfassende Investitionen in alle relevanten Sektoren – von Building & Security über Smart Education bis hin zu Smart Government – der Digitalisierungsstatus der Städte nicht wesentlich verbessern. Keine der deutschen Städte kommt bisher auf den Status einer Digitalisierung von 50%.

Auswertung von über 20.000 Datensätzen

Im Rahmen der Studie wurden für die Bewertung acht wesentliche Segmente definiert: Strategie (Basis), Digitale Infrastruktur, Mobilität, Energie & Umwelt, Gebäude & Sicherheit, Gesundheit, Bildung und Verwaltung. Die Auswertung des Status quo von Städten und Kommunen fußt auf insgesamt 52 Kriterien und über 20.000 Datensätzen. Die Daten stammen größtenteils von den Homepages der Kommunen und deren relevanter Stakeholder, aus amtlichen Statistiken sowie aus vereinzelten aktuellen Erhebungen von Unternehmen und Verbänden. Haselhorst Associates nutzte außerdem externe Quellen wie Destatis (Statistisches Bundesamt) und INKAR (interaktiver Online-Atlas des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung).

Das Ziel der Studie ist es, die individuellen Anforderungen und den Handlungsbedarf der Kommunen näher zu identifizieren. Verantwortliche bei Stadtwerken und in Kommunen können aus den Ergebnissen ihren jeweiligen Handlungsbedarf ableiten und geeignete Lösungsansätze für die „Digitale Daseinsvorsorge“ und die Entwicklung von Smart-City-Projekten entwickeln.

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Köln ist smarteste Stadt

Zu den Top 10 der deutschen Städte zählen unter anderem die Spitzenreiter Köln (41%), Hamburg (38%) und München (32%) sowie Darmstadt (32%) und Düsseldorf (29%). Die führenden Drei haben die wesentlichen Voraussetzungen für den Aufbau von Smart Cities geschaffen: Es gibt eine Strategie, die digitale Infrastruktur ist weitgehend ausgebaut und die Projekte werden von Politik und Verwaltung mitgetragen. Ohne diese fundamentalen Bausteine ist der systematische Ausbau weiterer Smart-City-Bereiche wie E-Government oder Smart Health kaum möglich.

Für die Entwicklung Kölns war es wichtig, dass die Oberbürgermeisterin Henriette Reker sehr großen Wert auf das Thema digitale und nachhaltige Stadtentwicklung legt. Im Bereich digitale Bildung bietet Köln zahlreiche Angebote: Eine Digitale Bibliothek, E-Learning-Kurse, das SchulWiki Köln oder Volkhochschule digital. Ein gutes Beispiel für die Kooperation aller beteiligten Einrichtungen und Institutionen ist der Digital Hub Cologne. Dieses Netzwerk verbindet zahlreiche Akteure der Stadt miteinander und besteht aus über 100 Partnern. Die Zusammenarbeit zwischen Städten, Stadtwerken und Industrieunternehmen, das Einbeziehen innovativer Ideen von Start-ups, das Knüpfen von Expertennetzwerken und die Beteiligung der lokalen Bevölkerung spielt eine wichtige Rolle bei der erfolgreichen Entwicklung von Smart Cities.

Stadtwerke als Treiber der Entwicklung

Auch der Glasfaserausbau lässt weiterhin zu wünschen übrig. Zwar liegt er in Hamburg und Köln bei über 70% – deutschlandweit aber waren im Dezember 2018 laut OECD 3,2 Prozent aller stationären Breitbandanschlüsse mit einem Glasfaserkabel verbunden. Gegenwärtig sind es immer noch unter 10%. In diesem Zusammenhang können die Stadtwerke der Kommunen eine maßgebliche Rolle bei der weiteren Entwicklung von Smart City-Strategien spielen. Die Versorger sollten die komplette Digitalisierung der Energieversorgung und dabei die umfassende Glasfaserversorgung übernehmen. Der Ausbau der Gigabitnetze ist ein lukratives Geschäft. Er wird auch vom Bund gefördert, ist aber kommunal durchaus finanzierbar und amortisiert sich schon nach relativ kurzer Zeit. Dieser Ansatz bietet Versorgungsunternehmen die Chance einer strategischen Neupositionierung und eröffnet den Zugang zu weiteren digitalen Geschäftsmodellen, zum Beispiel im Bereich „Intelligente Gebäude“. Wenn sich Stadtwerke auf diese Weise für eine „Digitale Daseinsvorsorge“ strategisch positionieren, können sie geeignete Lösungsansätze zur Entwicklung von Smart-City-Projekten in den Kommunen anstoßen. Gemeinsam mit allen wesentlichen Akteuren der Stadt wäre dann eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie für eine Smart City zu konzipieren und systematisch umzusetzen. In dieser Position werden Stadtwerke zu einem Versorgungsunternehmen im Rahmen der „Digitalen Daseinsvorsorge“ und zum Treiber der Entwicklung intelligenter Städte in Deutschland.

Smart City als Wachstumskonzept

Die digitale Transformation ist in allen Lebensbereichen angekommen. Die Komm­­unen benötigen heute Entwicklungs- und Wachstumskonzepte für eine Digitalisierung, um ihre Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität für Bürger sowie Unternehmen zu steigern. Eine moderne Stadtentwicklung ist ohne die Wandlung zur Smart City nicht mehr denkbar. In einigen Städten wird das bereits vorbildlich angegangen. Lokal oder regional ansässige Unternehmen wie das produzierende Gewerbe sind auf dem Weg zur Industrie 4.0 und brauchen zum Beispiel schnelle Datenautobahnen für die gesamte Supply Chain. Solche und zahlreiche weitere Stakeholder wären von den Verantwortlichen mit ins Boot zu holen, wenn es um lokale Digitalisierungsstrategien und deren gemeinsame Umsetzung geht. Daneben sind Technologiepartner einzubinden, die den Anforderungen der jeweiligen Kommune entsprechende Smart-City-Lösungen entwickeln. Auch die Bürger der Stadt sind zu beteiligen, um sie bei der Transformation mitzunehmen. Bei dieser umfassenden Kooperation kommt es darauf an, dass die Strategie von allen gemeinsam entwickelt und getragen wird, damit es zu einer systematischen und sukzessiven Entwicklung kommt. Da ist professionelles Projekt-Management gefragt.

Zur Studie

Sie finden weitere Informationen zur Studie “Smart-City-Ranking „Digitales Deutschland 2019” unter folgendem Link (extern).

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Beitrag

Dr. Maximilian Eberl
Dr. Maximilian Eberl ist Senior Consultant bei der Haselhorst Associates GmbH in Starnberg und spezialisiert auf die Konzeption von Digitalisierungs-Roadmaps und das Projektmanagement in Smart-City-Projekten.

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