Diese Rubrik ist eine fortlaufend entstehende Zusammenstellung einschlägiger Einzelerscheinungen der Digitalisierung. Ziel ist es, ein prägnantes – wenn auch selektives – Bild gegenwärtiger
Entwicklungen zu zeichnen.

Was passiert im Internet innerhalb von 60 Sekunden?

In einer Minute werden ungefähr 500 Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen, 150 Millionen E-Mails und 29 Millionen WhatsApp-Nachrichten verschickt und fast vier Millionen Suchen bei Google angefragt.

Robert Allen (2017) Smart Insights Abgerufen 27.11.2017

Bitcoin: „Mit einer Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden US-Dollar ist das Open-Source-Projekt längst mehr als doppelt so viel wert wie das größte deutsche Geldinstitut, die Deutsche Bank.“

„Bitcoin hat sich binnen weniger Jahre von einem Nischenprojekt zu einem bemerkenswerten Phänomen entwickelt. Das Phänomen spielt längst nicht mehr nur in Nerd-, Hacker- und Darknetkreisen eine Rolle, sondern gewinnt zunehmend gesamtgesellschaftliche Relevanz, und es wirft viele Fragen auf. Denn eigentlich dürfte es Bitcoin nicht geben – zumindest nicht, wenn man auf die Expertise von erfahrenen Ökonomen, Bankenvertretern und der Medienöffentlichkeit vertraut. Diese haben das digitale Geld in den vergangenen Jahren immer wieder für gescheitert erklärt und erläutert, warum ein Zahlungsmittel, das nicht durch den Staat und Banken abgesichert wird, eigentlich nicht funktionieren kann (siehe dazu). Eigentlich, denn die Realität zeigt: Bitcoin ist nicht nur immer noch da, sondern wächst und entwickelt sich weiter.“

Brenneis, F. (2017). Phänomen Bitcoin. | Bundeszentrale für politische Bildung. Abgerufen 16.11.2017

BBSR: „In der Gesellschaft sollte ein Grundrecht auf hochwertige digitale Daseinsvorsorge bestehen.“
Handlungsempfehlung des Bundesintituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung Gesetzlichen Anspruch auf Konnektivität schaffen (S. 39)

„Die Sicherstellung einer leistungsfähigen digitalen Daten- und Kommunikationsinfrastruktur ist für alle Städte gleichermaßen wichtig. Dies schließt sowohl eine stabile Daten- und Internetverfügbarkeit für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen ein als auch den Zugang zu wesentlichen Informationen wie z.B. Bürgerservices oder öffentlichen Statistiken. Um auch den Anschluss schwächerer Kommunen sicherzustellen, bedarf es zum einen einer attraktiveren fnanziellen Förderung des Glasfaserausbaus in strukturschwachen Regionen und zum anderen eines gesetzlichen Anrechts auf digitalen Zugang durch eine entsprechende Bundesgesetzgebung. Hierbei sollte jeder Bürgerin, jedem Bürger per Gesetz der Zugang zum Internet garantiert werden.“

Mind the gap: digitale Integration als Basis für smarte Städte: ein Projekt des Forschungsprogramms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt)“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) betreut vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). (P. Jakubowski, Hrsg.) (Stand: März 2017). Bonn: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.

„Uber besitzt kein einziges Auto, stellt keinen einzigen Fahrer an. Und trotzdem ist das Unternehmen Schätzungen zufolge mehr als 50 Milliarden Dollar wert – so viel wie der Autokonzern Ford mit fast 200.000 Angestellten und Millionen produzierter Autos.“

„Ford prägte für ein halbes Jahrhundert die Art, wie Industrieproduktion funktionierte und Arbeitsgesellschaft gedacht wurde. Uber und all die anderen Plattformen (z.B. AirBnB) tun das Gleiche mit Dienstleistungen, die sie auf vollkommen neue Art organisieren. Weil Ubers Geschäftsmodell hierzulande gegen das Personenbeförderungsgesetz verstößt, ist der Dienst zwar deutschlandweit verboten, das dahinterliegende Prinzip jedoch prägt auch hier zusehends die Art und Weise, wie wir arbeiten. Uber verdient Geld mit fremden Autos, die Menschen auf der Plattform “teilen”, es macht Amateure zu Taxifahrer/-innen. Uberisierung ist daher das Wort, das den Wandel von Wirtschaft und Arbeit ganz gut beschreibt. Neutraler könnte man auch von “Plattformökonomie” sprechen.“

Stegemann, Patrick. (2016). Uberisierung: Wie Plattformen unsere Arbeit verändern. | Bundezentrale für politische Bildung. Abgerufen 8. November 2017

„Nur 44 Prozent des Webtraffics gehen direkt auf menschliche Aktivitäten zurück.“
„2019 wird der mobile Datenverkehr in Deutschland monatlich ein Volumen von 259,8 Petabyte erreichen – das entspricht etwa 272 Millionen Gigabyte. Datensicherheit ist für insgesamt 78 Prozent der Unternehmen bei der Nutzung von Cloud Computing ein Risikofaktor. 64.426 Fälle von Cyberkriminalität zählte das BKA 2013 in Deutschland. Die Datenmenge, die im Jahr 2020 weltweit erstellt, vervielfältigt und konsumiert wird, wird auf etwa 40 Zettabytes geschätzt. Das Speichervolumen eines menschlichen Gehirns wird auf 2,5 Petabyte geschätzt.“ (1 Zetta = 1.000.000 Peta = 1.000.000.000 Tera = 1.000.000.000.000 Giga)

Wittpahl, V. (Hrsg.). (2017). Digitalisierung: Bildung, Technik, Innovation: iit-Themenband. Berlin Heidelberg: Springer Vieweg, Lizenz: CC BY 4.0

„Wir können keine Kontrolle über die von uns produzierten Daten erlangen.“

„Die Kontrolle über die Daten zu bekommen ist eine Illusion, ein romantischer Blick — leider geht es da nicht mehr zurück. Was wir fordern können und was wir fordern sollten, ist zu verstehen, was mit unseren Daten geschieht.“

Andreas Weigend, ehemaliger Chefwissenschaftler bei Amazon

ZDF Dokumentation „Amazon – gnadenlos erfolgreich“ (bei 43 min), Abgerufen 29.03.2018, Veröffentlicht 27.11.2017